Letzten Dezember wurde der Journalist Deyda Hydara in Gambia ermordet. Reporter ohne Grenzen (ROG) hat den Fall vor Ort untersucht und die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht. Die internationale Menschenrechtsorganisation fordert Präsident Yahya Jammeh auf, eine unabhängige Untersuchungskommission einzusetzen, teilte Reporter ohne Grenzen am Donnerstag mit. Eine unabhängige Untersuchungskommission sei nötig, weil die meisten Zeugen Angst hätten, von den Behörden befragt zu werden. Gemäss ROG habe ein Mitarbeiter ihrer Organisation die Ereignisse in der Nacht des Attentats vor Ort rekonstruiert. Demnach sei Deyda Hydara, Herausgeber der unabhängigen Tageszeitung «New Point» in einen Hinterhalt gelockt worden. Die Täter seien mit einem Wagen ohne Nummernschild entkommen.
Vor der Tat seien zahlreiche Drohungen gegen die unabhängige Presse in Gambia eingegangen. Wer sich gegen die Regierung stelle, müsse mit Gewalt rechnen, heisst es im ROG-Bericht. Hydara hatte wenige Tage vor seiner Ermordung die neuen, repressiven Pressegesetze der gambischen Regierung scharf kritisiert. ROG appelliert an den Präsident Jammeh, den Gesetzen nicht zuzustimmen und bittet ihn um ein baldiges Treffen, teilt die Organisation mit.
Donnerstag
06.01.2005