In China ist am Dienstag der Chefredaktor einer regierungskritischen Zeitschrift aus seinem Büro geführt worden. Mehrere Unbekannte - vermutlich Behördenmitarbeiter - hätten Chen Min in seinem Büro aufgesucht und nach Gesprächen mitgenommen. Dies sagte ein Mitarbeiter der monatlich erscheinenden «China Reform», schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Wohin der 43-Jährige gebracht wurde, war zunächst nicht klar.
Chen hatte unter dem Pseudonym Xiao Shu mehrere kritische Kommentare verfasst. So warf er der Regierung in Peking in einem der im Internet zu lesenden Beiträge vor, sich zu wenig um die Opfer einer Gasexplosion im vergangenen Dezember gekümmert zu haben. Dabei waren im Südwesten des Landes 243 Menschen gestorben. Das Magazin wird vom Verband China Economic System Reform Research Association herausgegeben. Es untersteht der Aufsicht einer Regierungskommission. Erst vor kurzem war der Chefredaktor einer der führenden staatlichen Zeitungen wegen kritischer Artikel entlassen worden. In der «China Youth Daily» hatte er über Bestechung und Skandale in der Regierung geschrieben.
Dienstag
21.12.2004