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Mittwoch
29.04.2026

TV / Radio

Hajo Seppelt in der ARD-Sportschau (zVg)

Hajo Seppelt in der ARD-Sportschau (zVg)

Hans-Joachim «Hajo» Seppelt ist ein Kenner der Dopingproblematik im deutschen und internationalen Sport.

Nun haben sich der Investigativ-Reporter und sein Arbeitgeber ARD juristisch gegen die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mit ihrem Präsidenten Matthias Grosse gestemmt und sich durchgesetzt.

Eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Berlin II untersagt dem DESG und Matthias Grosse unhaltbare Aussagen zur Arbeit von Hajo Seppelt.

Seppelt hatte Aussagen von DESG-Präsident Matthias Grosse, die wortgleich auf mehreren Social-Media-Kanälen sowie auf der offiziellen Website der DESG veröffentlicht wurden, beanstandet.

«Denn unsere Olympiastarterinnen und Olympiastarter fühlten sich speziell von Herrn Seppelt während der Olympischen Spiele regelrecht ‚gestalkt‘, da er ihnen an der Eisfläche auflauerte und sie mit Fragen nervte. Journalistisches Fingerspitzengefühl? Mediale Sorgfaltspflicht? Nichts davon war zu spüren bei Herrn Seppelt, dessen Gier nach der grossen Geschichte ihn antrieb», so der Wortlaut.

Verboten wird dem Präsidenten und der DESG nun «wörtlich oder sinngemäss zu behaupten und/oder zu verbreiten und/oder behaupten oder verbreiten zu lassen», Seppelt habe während Olympia Starterinnen und Starter der DESG «regelrecht gestalkt, da er ihnen an der Eisfläche aufgelauert und sie mit Fragen genervt habe», zitiert die ARD aus der einstweiligen Verfügung.

Hintergrund der Beanstandung sei nicht nur die Tatsache, dass der Vorwurf des Stalkings aus der Luft gegriffen sei. Hajo Seppelt war während der Olympischen Spiele gar nicht in Mailand vor Ort, sondern begleitete die Winterspiele aus dem ARD/ZDF-Olympia-Sendekomplex in Mainz.

Eine Forderung auf Unterlassung derselben Aussagen des Präsidenten hat die ARD vor dem Landgericht Hamburg gestellt. «Das Verfahren läuft noch», heisst es am Mittwoch in einem Statement.

«Nachdem das Landgericht Hamburg zuvor im Verfügungsverfahren die Olympiaberichterstattung der ARD zur DESG in weiten Teilen bestätigt hat, sehe ich die investigative Sportberichterstattung der ARD und des Teams um Hajo Seppelt erneut gestärkt. Wir begrüssen all diese Gerichtsentscheidungen sehr», lässt sich ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zitieren.