Der Verein Öffentlichkeitsgesetz hat den Prix Transparence 2025 an das «WAV Recherchekollektiv» und Adrienne Fichter von der «Republik» verliehen.
Jennifer Steiner, Balz Oertli, Lorenz Naegeli und Marguerite Meyer vom «WAV Recherchekollektiv» und die Journalistin Fichter haben die Vorgehensweise des US-Softwarekonzerns Palantir Technologies in der Schweiz in Teilen aufgezeigt.
«Wiederholt versuchte das umstrittene US-Tech-Unternehmen Palantir, Schweizer Behörden Überwachungstechnologie zu verkaufen», schreibt Martin Stoll vom Verein Öffentlichkeitsgesetz. Das zeige die umfassende Recherche mit 59 Zugangsgesuchen von «WAV Recherchekollektiv» und «Republik».
Dafür habe eine Fachjury die gemeinsame Recherche mit dem Preis ausgezeichnet.
Langjährige offensive Verkaufskampagnen, informelle Kontakte und zahlreiche Gespräche: «Interne Dokumente des Bundes zeigen, wie hartnäckig das umstrittene US-Tech- Unternehmen Palantir versuchte, seine Überwachungstechnologie Schweizer Behörden zu verkaufen», heisst es zu Peter Thiels Konzern, der in der Schweiz vor allem bei Ringier mit Software implementiert ist.
Mit dem Öffentlichkeitsgesetz des Bundes haben die fünf Journalisten nach sämtlichen Suchresultaten für die Stichwortsuche «Palantir» in der verwaltungsinternen Geschäftsdatenbank Acta Nova nachgefragt.
Die allermeisten Bundesämter seien den Gesuchen nachgekommen. «Vier Ämter, darunter das Generalsekretariat des Finanzdepartements, verweigerten die Einsicht», so Öffentlichkeitsgesetz.ch.
Die Dokumente zeigen, dass Palantir bei den Bundesbehörden immer wieder abgeblitzt sei. Einzig das Bundesamt für Rüstung und die Schweizer Armee untersuchten einen möglichen Einsatz der angepriesenen Produkte. Sie seien zum Schluss gekommen, dass dies wegen der Vertraulichkeit der Daten zu heikel sei – oder ein Reputationsschaden drohe.
«Die Recherche zeigt, wie kooperativer Journalismus komplexe Macht- und Abhängigkeitsstrukturen aufdecken und für alle sichtbar machen kann», wird Jury-Mitglied Martina Fehr zitiert.



