Tamás Kiss, einer der beiden operativen Leiter von Hesskisssulzersutter, spricht über die Vorteile der Fusion und die Perspektiven und Risiken der Krise.
Klein Report: Herr Kiss, die Agenturen Hesskiss und Sulzer, Sutter fusionieren. Leiden Sie unter gekürzten Werbeetats wegen der Krise?
Tamás Kiss: Nein, um die Werbebudgets unserer Kunden steht es bestens. Die Gründe für den Zeitpunkt der Fusion liegen woanders.
Klein Report: Aber die Krise könnte Sie noch einholen?
Tamás Kiss: Köppel lag völlig daneben - la crise existe. Entsprechend ist damit zu rechnen, dass noch die eine oder andere Agentur unter Druck kommen könnte. Aber wir waren beide schon vor der Fusion sehr gut aufgestellt und legen nicht zusammen, weil wir noch Schlimmeres befürchten.
Klein Report: In der Pressemitteilung schreiben Sie, es seien «zwei Inhaber, die sich verstehen und mögen». Sie kennen sich schon lange?
Tamás Kiss: Roland Sutter und ich waren uns schon immer sympathisch und haben uns seit Jahren gegenseitig beobachtet. 2009 haben wir uns schliesslich und endlich zum ersten Mal getroffen.
Klein Report: Bei Hesskisssulzersutter übernehmen Sie zusammen mit Roland Sutter die operative Leitung. Was ist mit den beiden anderen Partnern?
Tamás Kiss: Bei Sulzer, Sutter ist Francis Sulzer schon seit Längerem nicht mehr aktiv mit dabei, im Februar ist Roland Hess ebenfalls ausgestiegen. Und nachdem ich freie Hand hatte, bekam die Fusion eine neue Dynamik.
Klein Report: Nun haben Sie sich also zu diesem Schritt entschlossen. Was bringt der Zusammenschluss?
Tamás Kiss: Wir haben 18 Mitarbeitende, Sulzer, Sutter hat deren zehn. Damit gehören unsere beiden Unternehmen zu den eher kleinen Agenturen, deren Chancen, an grössere Mandate heranzukommen, leider beschränkt sind. Hesskisssulzersutter dagegen ist nicht mehr wirklich klein und vermag auch grösseren Kunden geballte Power zu bieten. Dabei bleiben wir eine inhabergeführte Agentur.
Klein Report: Weshalb ist das wichtig?
Tamás Kiss: Ich behaupte, dass die Qualität von inhabergeführten Agenturen besser ist - sie sind viel persönlicher geführt. Mit Netzwerkagenturen habe ich ungute Erfahrungen gemacht, was übrigens mit ein Grund war, mich selbstständig zu machen.
Klein Report: Können Sie sich mit dem Know-how der beiden Agenturen breiter aufstellen?
Tamás Kiss: Klar. Sulzer, Sutter bringt mehr Beratungspower mit, Hesskiss hat den Fokus eher auf eine starke Kreation gelegt. Beide sind wir aber sehr ähnlich aufgestellt. Ob und welche neuen Bereiche wir beackern werden, wissen wir noch nicht, bei den Entwicklungen im Internet sind und bleiben wir aber natürlich dran.
Klein Report: Welches sind die Herausforderungen, die mit dem Internet noch auf Sie zukommen?
Tamás Kiss: Meiner Meinung nach haben sich bereits das Denken und das Tempo stark verändert. Heute sind eine ganz andere Art von Ideen sowie immer mehr Flexibilität und Geschwindigkeit gefragt. Darüber, wohin der Weg im Internet führen wird, gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Spannend wird es bleiben.
Klein Report: Welches sind Ihre Ziele?
Tamás Kiss: Wir wollen aus zwei kleinen starken Agenturen eine mittelgrosse starke Agentur formen, die intelligente, emotionale und wirkungsvolle Werbung entwickelt und die Schweizer Werbung mitprägt. Und wir wollen einige weitere schöne Mandate annehmen und mit ihnen wachsen. Scharf definierte Ziele haben wir allerdings keine formuliert.
Sonntag
20.06.2010




