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Mittwoch
17.11.2010

Die Jury des Verbandes der Schweizer Medien hat am Mittwoch an der Trendtagung der Fach- und Spezialmedien in Zürich zwei Awards vergeben: einen an die wöchentlich erscheinende Fachzeitschrift «Baublatt» und einen an den Newcomer im bodenständigsten Sport der Schweiz, die Schwingerzeitung «Schlussgang». Begründung: Die hohe Qualität der eingereichten Zeitschriften habe zur Vergabe von zwei Siegerpreisen geführt, wie Karl Lüönd und Josefa Haas von der Jury ausführten.

Fünf weitere Publikationen wurden als Nominierte geehrt: Es sind dies «Computerworld», «Curaviva» (Verband Heime & Institutionen Schweiz), «Hotelier» (Schweizer Fachmagazin für Hotellerie und Gastronomie), «htr hotelrevue» und «Annemarie Wildeisen`s Kochen». 200 Personen und Fachleute aus der Medienbranche nahmen an der Veranstaltung im Zürcher Lake Side teil, die von der Publicitas Publimag AG und dem Medieninstitut organisiert wurde.

Der Q-Award-Preis für das «Baublatt» wurde an Knut Hinrichs und Dominik Mahn von der Herausgeberin, der Docu Media Schweiz GmbH, vergeben; für den «Schlussgang» nahm Jungverleger Beat Reichenbach von der Bewe Medien GmbH die Ehrung entgegen. Die Qualität sei, verglichen mit früheren Jahren, überdurchschnittlich ausgefallen. Im Gegensatz zu den Erfahrungen in einzelnen früheren Jahren konnte die vollzählig versammelte Jury in einer ausgesprochen positiven Grundstimmung tagen.

Die Jury-Begründung: Das «Baublatt» sei die führende Wochenzeitung des boomenden und wettbewerbsintensiven Bauwesens – es dominiere der direkte Nutzwert für die Bezieher (Handwerker, Bauunternehmer, Generalunternehmer, Lieferanten, Architekten und andere Dienstleister). Die aktuellen, reich bebilderten Berichte über spannende Projekte seien die Basis. Dazu komme ein integrierter Serviceteil, der ein aktuelles Update über Baugesuche, Bauprojekte, Baubewilligungen, laufende Arbeitsvergaben, Bauland und amtliche Informationen aus dem ganzen Land verspreche und halte, kommentiert die Jury ihre Bewertung.

«Schlussgang», die Schwingerzeitung mit Nationalturnen, die im Erscheinungsrhythmus dem Festgeschehen folgt, ist seit 2004 auf dem Markt und verkauft 6480 beglaubigte Abos, wobei der an anderen Orten stark genutzte «Zielversand» an Gratisadressen extrem zurückhaltend eingesetzt wird. Die umfassende und detaillierte Berichterstattung durch den verlegerischen Aussenseiter mache selbstbewusst: Man wisse, dass man etwas wert sei und etwas verlangen könne. Das Blatt komme im Layout reichlich handgestrickt, aber eben zielgruppengerecht als Zeitung mit grobem Papier daher, erklärt die Jury weiter.

Zu Beginn der Trendtagung im Zürcher Lake Side begrüsste der Verbandspräsident der Schweizer Medien, Hanspeter Lebrument, die Gäste und Verlagsleute. Er ritt dabei wieder sein Steckenpferd vom «Krisengerede» der Medienbranche und appellierte an seine Kolleginnen und Kollegen, endlich das Jammern zu beenden. Andere Branchen seien schneller zur Tagesordnung übergegangen. «Es gibt auch keine nennenswerte Journalisten-Arbeitslosigkeit, obwohl einige Verlage Personal abgebaut haben», meinte Lebrument und wies darauf hin, dass viele in artverwandte Berufe wie PR usw. gewechselt hätten. Abschliessend appellierte er an die Politik und die Medienunternehmen, sich in Bern mehr für die Branche einzusetzen, z.B. bei dem revidierten Postgesetz.