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Dienstag
10.04.2007

Das Landgericht München I muss sich am 26. April mit der bizarren Frage befassen, ob die bei Kindern beliebte Figur Pumuckl eine Freundin haben und womöglich sogar heiraten dürfe. Zum kuriosen Streit ist es gekommen, weil sich die beiden «Mütter» über diese Frage nicht einig werden können. Die Schriftstellerin Ellis Kaut, die Pumuckl 1961 als Figur für Hörspiele erfunden hatte, sieht in ihm einen Nachfahren der Klabauter, also ein Geistwesen. Damit habe er kein ausgeprägtes Geschlecht und keine Sexualität.

Anderer Meinung ist die Grafikerin Barbara von Johnson, die 1965 als Studentin die ersten Pumuckl-Bücher illustriert, sich aber erst 2003 gerichtlich die Urheberrechte an der gezeichneten Figur gesichert hatte. Jetzt hat sie zusammen mit einem Fernsehsender einen Malwettbewerb zur Suche nach einer Partnerin für Pumuckl gestartet, was Ellis Kaut per Gerichtsentscheid verhindern will. Die als Kunsttherapeutin tätige Barbara von Johnson argumentiert in ihrer Eingabe an das Gericht, beim Malen mit Kindern sei es ihr ein besonderes Anliegen, diese mit ihren inneren, unbekannten Wesen in Kontakt zu bringen - so auch bei der Suche nach einer Partnerin für Pumuckl. «Besonders Mädchen sollen angeregt werden, ihren inneren Witzbold als Freundin zu erkennen», betonte von Johnson.