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Sonntag
16.01.2005

In New York beginnt am Dienstag der Prozess gegen Bernard J. Ebbers, den Ex-Konzernchef des in den grössten US-Bilanzbetrugsskandal verwickelten Telecom-Riesen WorldCom. Das meldete die «New York Times» am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe. Ebbers werden demnach Verschwörung, Wertpapierbetrug und Falschangaben gegenüber Aufsichtsbehörden vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 85 Jahre Gefängnis, falls er in allen Punkten schuldig befunden werden sollte.

WorldCom war im Jahr 2002 zusammengebrochen. Die Aktionäre und Investoren verloren Milliarden. Es war das grösste Insolvenzverfahren der US-Wirtschaftsgeschichte. WorldCom firmiert seit der Sanierung inzwischen als MCI. Ebbers hatte WorldCom innert zwei Jahrzehnten durch Dutzende von Firmenaufkäufen von einer winzigen Telefongesellschaft in einen der weltgrössten Telekommunikationskonzerne verwandelt. Er selbst war dabei steinreich geworden.

Inzwischen bekannten sich fünf ehemalige Angestellte schuldig, darunter Ex-Finanzchef Scott D. Sullivan. Citigroup, der führende Investmentbanker von WorldCom, zahlte laut «New York Times» in einem Vergleich 2,65 Mrd. Dollar, um Ansprüche von Investoren zu befriedigen, die geschädigt worden waren. Zehn ehemalige WorldCom-Verwaltungsratsmitglieder hatten sich in einem Vergleich bereit erklärt, 18 Mio. Dollar aus eigener Tasche zu berappen.