Am Mittwoch, 24. November, wurde in Fribourg der «Prix Média» der Akademien der Wissenschaften Schweiz verliehen. Für ihre «gelungene Wissensvermittlung» ausgezeichnet wurden unter anderen DRS-2-Redaktor Patrik Tschudin und Regula Zehnder von DRS 1.
In der Kategorie Medizin, Preisthema «Gesundheit als Pflicht», erhielt die DRS-1-Redaktorin Regula Zehnder den «Prix Média» für ihren Beitrag in der «Doppelpunkt»-Sendung «Ich schenke dir meine Niere» vom 27. August 2009.
Zehnder begleitete ein Ehepaar während vier Monaten durch die Zeit der Nierentransplantation. Ist eine Lebendspende einer Niere für den Partner eine Organspende aus Pflicht oder ein Geschenk aus Liebe? Die Sendung setze das Preisthema im Sinne der «Gesundheit als moralische Pflicht (unter Eheleuten)» einfühlsam um, schreibt die Jury. Regula Zehnder gelinge es ausgezeichnet, der Sendung einen klaren, positiven Grundton zu verleihen, ohne die Probleme zu beschönigen.
In der Kategorie Naturwissenschaften gewann DRS-2-Redaktor Patrik Tschudin für seinen «Kontext»-Beitrag vom 3. Februar 2010 «Harmlos oder giftig: Der Streit um Bisphenol A», das Ausgangsmaterial für viele Gebrauchsgegenstände wie Konservendosen, CDs oder Autoscheiben ist. In kleinen Mengen gelangt BPA auf die Haut und von da in den Körper - nicht ohne Folgen. Forschungen bei Tieren haben ergeben, dass BPA die Spermienproduktion verringert, das Erbgut und die Gehirnentwicklung verändert. Obwohl das Thema alles andere als einfach sei und es ohne Fachausdrücke aus der Chemie nicht auskomme, gelinge es dem Redaktor, den Hörer und die Hörerin mit gut portionierten und anschaulichen Informationen zu fesseln - indem er etwa gleich zu Beginn des Beitrages die Pointe preisgebe. Weiter schreibt die Jury, es werde deutlich, dass dem Beitrag eine intensive Recherche vorausgegangen sei, die sogar dazu geführt habe, dass der Kantonschemiker in Zürich sich veranlasst sah, selber Tests durchzuführen.
Mit dem «Prix Média» zeichnen die Akademien der Wissenschaften Schweiz spannende Beiträge von herausragender Qualität aus, die publikumsfreundlich und gut verständlich sind, einen Gesellschafts- und Gegenwartsbezug aufweisen und in einem regelmässig erscheinenden Schweizer Medium publiziert wurden.


