Journalisten und Verleger berichten von Problemen um die Pressefreiheit in Südamerika. Der interamerikanische Presseverband (SIP) äusserte sich am Samstag besorgt über die steigende Zahl von Anschlägen auf Journalisten in Lateinamerika und über die schwierige Situation mancher Medien. Den Angaben gemäss wurden in Mexiko im vergangenen Halbjahr sechs Journalisten getötet. Besondere Kritik übte der Verband an den linksgerichteten Regierungen in Venezuela und Bolivien, die besonders aggressiv gegen Medienvertreter vorgingen.
Seit dem Amtsantritt des linksgerichteten Präsidenten Hugo Chavez seien Drohungen, Klagen und Angriffe auf Journalisten in Venezuela an der Tagesordnung, sagte David Natera, Herausgeber der Tageszeitung «Diario del Caroni». Inzwischen gehe die Regierung direkt gegen einzelne Medien vor, wie die Schliessung des Fernsehsenders Radio Caracas gezeigt habe. Chavez hatte die im Mai ausgelaufene Lizenz des Senders nicht verlängert mit der Begründung, dieser habe einen Staatsstreich unterstützt. In Bolivien versuche die Regierung des sozialistischen Präsidenten Evo Morales, durch Einschüchterungsversuche Druck auf Journalisten auszuüben, sagte Pedro Rivero von der bolivianischen Zeitung «El Deber de Santa Cruz».
Sonntag
18.03.2007