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Mittwoch
02.06.2010

In Paris muss sich der frühere Chef des auch in Berlin aktiven Medienkonzerns Vivendi-Universal, Jean-Marie Messier, vor Gericht verantworten. Der einstige Star der französischen Unternehmerszene soll seine Aktionäre 2001 über den hohen Schuldenstand nach der Übernahme des kanadischen Konzerns Seagram belogen und entgegen geltenden Bestimmungen massiv Aktien des eigenen Unternehmens gekauft haben, wie die französischen Nachrichtenagenturen am Mittwoch meldeten. Mit ihm sind jetzt fünf weitere ehemalige Manager von Vivendi-Universal sowie ein Finanzberater angeklagt.

Der 53 Jahre alte Manager hatte den einstigen Wasserversorger Ende der 90er-Jahre durch Zukäufe, zu denen die berühmten Universal-Filmstudios gehörten, in einen Medienkonzern umgebaut. Die dadurch angehäuften Schulden von 35 Milliarden Euro brachten die Gruppe an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Messier wurde im Juli 2002 entlassen. Der Prozess soll am 25. Juni 2010 beginnen.