Der Skandal um den Fotografen Fabrizio Corona, der mit seinen Paparazzi-Fotos italienische Show- und Politprominenz erpresste, zieht weitere Kreise. Die Polizei sucht nach dem Geld, das Corona auf Schweizer Bankkonten angesammelt hat. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 33-jährige Fotograf bis zu zwei Millionen Euro (3,2 Mio. Franken) auf Konten in Lugano versteckt haben könnte.
In einem Schliessfach einer Schweizer Bank soll Corona auch Fotos deponiert haben, die Mächtige der italienischen Politik betreffen, wie die in Turin erscheinende Tageszeitung «La Stampa» am Montag berichtete. Unterdessen hat der ermittelnde Staatsanwalt Henry Woodcock den prominenten italienischen Schauspieler Raul Bova einvernommen, der angeblich ins Visier Coronas geraten war. Befragt wurde auch der Besitzer des Schuhkonzerns Tod`s, Diego Della Valle. Er soll von Corona fotografiert worden sein, während er sich mit jungen Models auf einer Yacht befand.
Dutzende VIPs sollen von Corona und elf Komplizen erpresst worden sein. Der vor zwei Wochen festgenommene Paparazzo soll Sportler, Politiker und TV-Sternchen des Landes gedroht haben, unliebsame Fotos von ihnen zu veröffentlichen, falls sie ihn nicht bezahlten. Zu den Opfern zählten unter anderem Fussballstar David Trezeguet. Er hatte bei einer Vernehmung zugegeben, 20 000 Euro für 20 Fotos mit einem Model bezahlt zu haben.
Montag
26.03.2007