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Freitag
06.02.2026

TV / Radio

Sascha Ruefer und Annette Fetscherin moderieren das Olympia-Programm auf SRF... (Bild: SRF/zVg)

Sascha Ruefer und Annette Fetscherin moderieren das Olympia-Programm auf SRF... (Bild: SRF/zVg)

Während die SRG im Inland Sparprogramme ankündigt und sich mit der SRG-Initiative konfrontiert sieht, fährt sie an den olympischen Winterspielen in Norditalien weiterhin schweres Geschütz auf: 137 Mitarbeitende sind vor Ort im Einsatz, rund 600 Sendestunden sind geplant, ergänzt durch mehrere Livestreams und ein umfassendes Online-Angebot.

Allein in Cortina d’Ampezzo arbeiten 80 SRG-Angestellte. Dort betreibt das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) einen eigenen Holzpavillon neben dem «House of Switzerland». Moderiert wird das Olympia-Programm während zwei Wochen im Schichtbetrieb von Sascha Ruefer und Annette Fetscherin – von frühmorgens bis kurz vor Mitternacht.

Der Aufwand bewegt sich damit auf dem Niveau früherer Winterspiele. Und das, obwohl die SRG seit Monaten betont, wie stark der finanzielle Druck gestiegen ist.

Am 8. März stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Initiative «200 Franken sind genug!» ab, die eine Reduktion der Serafe-Gebühr auf 200 Franken vorsieht. Umfragen prognostizieren ein enges Rennen.

SRG-Sportchef Roland Mägerle weist den Vorwurf zurück, Olympia werde als Eigenwerbung im Abstimmungskampf genutzt. Gleichzeitig räumt er ein: Sollte die Initiative angenommen werden, wäre eine Olympia-Berichterstattung in dieser Grössenordnung nicht mehr realisierbar. Ein halbiertes Budget hätte «massive Konsequenzen» für den Sportbereich.

Zwar verweist die SRG auf Sparmassnahmen wie Remote Production, dezentrale Regien in Zürich, Genf und Lugano oder den Einsatz von Baucontainern statt teurer Übertragungswagen. Kommentiert werden mehrere Disziplinen aus der Schweiz, das Internationale Broadcast Center ist nur noch minimal besetzt. Doch unterm Strich bleibt die Materialschlacht beträchtlich.

Die Winterspiele sind dezentral organisiert, die logistischen Anforderungen hoch. Trotz Effizienzrhetorik zeigt sich: Auch im Spardiskurs leistet sich die SRG bei Olympia weiterhin einen Aufwand, der kaum zu den gleichzeitig beschworenen Kürzungszwängen passt.