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Donnerstag
22.03.2007

Der New Yorker Künstler und Maler Richard Phillips hat den gedruckten Jahresbericht 2006 des Verlagshauses Ringier AG gestaltet und elf Bilder zur Illustration beigesteuert. Damit hat Ringier bereits zum zehnten Mal einen Künstler beauftragt, die Präsentation von Berichten und Zahlen zwischen kartonierten Deckeln zu verschönern. Der 45-jährige Künstler liess sich von einem Buch des Bildschnitzers Tilman Riemenschneider aus den 1930er-Jahren inspirieren, um den Jahresbericht gestalterisch umzusetzen.

«Noch nie hat uns ein Künstler in diesen zehn Jahren so herausgefordert wie Richard Phillips», beeilte sich Verwaltungsratspräsident Michael Ringier, möglichen Kritiken zuvorzukommen. Naturalistische Darstellungen von nackten Frauen und optische Annäherungen an den Stil der Nationalsozialisten haben Geschäftsleitung und Verwaltungsrat «auf die Probe gestellt», gab er zu. Es sei aber ein Akt der «intellektuellen Redlichkeit», diesen Themen auch im Jahresbericht nicht auszuweichen, wenn man damit das Jahr hindurch das Geld verdiene.

Beatrix Ruf, Kuratorin der Ringier Sammlung, kommentiert das künstlerische Werk mit den Worten: «Von ihm gefundene Bilder, die von der Vermarktbarkeit des Menschen, seiner Wünsche, Ideen und Handlungen, von Identität, Sexualität, Politik, Macht und Tod handeln, übersetzt er in einem aufwändigen Prozess in Zeichnungen und dann in meisterlich ausgeführte Gemälde.»

Richard Phillips wird im April die grossformatigen Gemälde in Los Angeles zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen.