Die Schweizer Wirtschaft wird ihren Wachstumskurs 2005 leicht abgeschwächt fortsetzen. Doch nicht alle Branchen sind Nutzniesser. Während die chemisch-pharmazeutische Industrie zu den Spitzenreitern gehört, dürfte die Bekleidungsbranche schrumpfen. Dies geht aus dem am Mittwoch publizierten ersten Branchenhandbuch des Credit Suisse Economic Research hervor. Einige Branchen unterliegen unterschiedlichen strukturellen Trends, welche Wachstumspotenzial und Branchenrisiken beeinflussen.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie als Spitzenreiter unter den Branchen verfüge dank hoher Wettbewerbsfähigkeit und überdurchschnittlicher Exportorientierung über ein hohes Wachstumspotenzial und ein tiefes Branchenrisiko, schreiben die CSG-Experten. Zwar werde die Branche weiter Kosten reduzieren und auf der Suche nach marktträchtigen Nischen bleiben müssen. Doch mit der Konjunkturbelebung werde die Nachfrage nach chemisch-pharmazeutischen Produkten überdurchschnittlich zunehmen.
Zu jener Gruppe mit hohem Wachstumspotenzial und tiefem Risiko zählen die Ökonomen der Credit Suisse auch die Telekommunikation, die Präzisionsinstrumente und das Gesundheitswesen. Ebenfalls ein hohes Wachstum aber auch ein höheres Risiko wird in der Informationsbranche erwartet. Das Gros der Branchen verfügt laut Bericht über ein durchschnittliches Wachstumspotenzial und Risiko. Dazu gehören auch die gemessen an ihrer Bruttowertschöpfung grössten Branchen der Schweiz wie die Unternehmensdienstleistungen, der Gross- und Detailhandel sowie die Bauwirtschaft.
Negative Wachstumsaussichten und ein höheres Risiko wird für die Branchen Landwirtschaft, Bekleidungs-, Textil- und Lederindustrie prognostiziert. Diese vergleichsweise kleinen Branchen würden zunehmend unter den Folgen der Globalisierung leiden. Aus Kostengründen bei der Herstellung arbeitsintensiver Standardprodukte ist die Schweiz laut Experten kaum mehr konkurrenzfähig. Die Verlagerung in Tieflohnländer dürfte deshalb weitergehen.
Mittwoch
12.01.2005