Noch-SRF-Direktorin Nathalie Wappler wird Mitglied im neu geschaffenen Medienrat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland.
Das sechsköpfige Kontrollgremium nimmt die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio in den Blick, analysiert die Auftragserfüllung und formuliert Impulse für dessen Weiterentwicklung.
Nathalie Wappler werde mit dem «Teilzeitmandat» nach ihrem Abgang vom Zürcher Leutschenbach im Frühling 2026 beginnen, wie SRF am Dienstag schreibt.
Der Medienrat mit Sitz in Weimar wurde von den deutschen Bundesländern auf Ende letzten Jahres neu geschaffen. Zu seinen Aufgaben gehört es, regelmässig zu prüfen, wie ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen, also wie gut sie ihrem Informations-, Bildungs-, Kultur- und Unterhaltungsauftrag nachkommen.
Stellt das Gremium Defizite fest, sind die Kontrollgremien der einzelnen Rundfunkanstalten aufgefordert, sich mit den Empfehlungen des Medienrats auseinanderzusetzen.
Unter anderem prüft der Medienrat die Nutzung durch die Zielgruppen, die Ausgewogenheit in der Berichterstattung, die Themenvielfalt oder die Innovationsfähigkeit der Angebote.
Alle zwei Jahre muss der Medienrat dazu einen Auftragsbericht präsentieren.
Weitere Mitglieder des Medienrats sind Prof. Dr. Annika Sehl, Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Prof. Dr. Anne Bartsch und Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle und Ex-Bundesverfassungsrichter Peter Müller, wie die ARD mitteilte.
Nathalie Wappler war seit März 2019 und ist noch bis April 2026 Direktorin des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF), von 2020 bis 2024 war sie auch stellvertretende Generaldirektorin der SRG.
Zuvor war Wappler unter anderem kurz Programmdirektorin des MDR sowie in verschiedenen Leitungsfunktionen beim Schweizer Fernsehen tätig.



