Content:

Mittwoch
19.01.2005

Nach schweren Verlusten durch Piraterie meldet die Musikbranche nun erstmals seit Jahren wieder Erfolge. Immer mehr Leute laden legal Musiktitel im Internet oder spielen sie auf ihren Handys ab. Das habe den Plattenfirmen im vergangenen Jahr zusätzliche Einnahmen von «mehreren hundert Millionen Dollar» beschert, teilte der Internationale Verband der Phonoindustrie (IFPI) am Mittwoch in London in einem «Digitalen Musikbericht 2005» mit.

Demnach entsteht in schnellem Tempo ein neuer Markt. So hätten Musikfans in den USA und Europa im vergangenen Jahr 200 Millionen Titel gegen Bezahlung aus dem Internet heruntergeladen – zehn Mal so viele wie 2003. Der Gesamtumsatz des Onlinemarktes im vergangenen Jahr werde auf 330 Mio. Dollar geschätzt. In diesem Jahr werde sich dieser Betrag wohl verdoppeln. Die Zahl der Websites für den legalen Musikverkauf sei binnen eines Jahres von 50 auf 230 gestiegen. Dennoch bleibe die Internetpiraterie - das illegale Herunterladen von Musikstücken - ein grosses Problem. In der für die Industrie entscheidenden Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen wisse zum Beispiel überhaupt nur jeder zweite, dass es auch legale Wege gibt, Musik online zu kaufen. Bereits Anfang Woche hatte die Marktforschungsfirma Informa der Musikindustrie eine günstige Prognose gestellt.

Zwar sei der Gesamtumsatz im 2004 noch um 1% auf 32,1 Mrd. Dollar zurückgegangen. Dank dem Online-Geschäft und den Musik-DVDs könne die Branche aber in den kommenden sechs Jahren wieder an die zwischen 1997 und 2000 erreichten Umsätze von 39 Mrd. Dollar herankommen, prognostiziert Informa. Der Anteil des Online-Geschäfts werde auf 8,8% steigen.