Die weltweite Musikbranche hat laut einer Studie 2004 erneut einen Rückgang ihrer weltweiten Umsätze hinnehmen müssen. 2005 kann sie aber dank Online-Geschäften und Musik-DVDs erstmals nach 4 Jahren wieder mit Wachstum rechnen. Wegen gesättigten Märkten, Raubkopierern und Tauschbörsen im Internet sank der Umsatz der Branche 2004 um 1% auf 32,1 Mrd. Dollar, wie eine am Montag veröffentlichte Studie der Marktforschungsgruppe Informa ergab. Im laufenden Jahr werde dieser Rückgang allerdings mit einem Umsatzplus von 1% wieder kompensiert. In den kommenden 6 Jahren werde die Musikindustrie sogar wieder an die zwischen 1997 und 2000 erreichten Umsätze von 39 Mrd. Dollar herankommen, prognostiziert Informa. Danach waren die Umsätze eingebrochen, vor allem wegen des Aufkommens billiger CD-Brenner und Tauschbörsen wie Napster und KaZaa.
Inzwischen hätten in vielen Ländern aber legale Internet-Musikgeschäfte wie iTunes von Apple und Connect von Sony eröffnet, die sehr leicht mit tragbaren Abspielgeräten verbunden werden könnten und sich grosser Beliebtheit erfreuten. Zwar habe das Musikgeschäft im Internet bisher noch keine grossen Gewinne abgeworfen und im vergangenen Jahr nur 0,9% des Gesamtumsatzes der Branche ausgemacht. Bis 2010 werde der Anteil des Internetgeschäfts am Gesamtumsatz der Branche auf 8,8% steigen, erwartet Informa. Zudem werde das harte Durchgreifen gegen Musikpiraterie und die wachsende Beliebtheit von Musikvideos einen positiven Effekt auf die Geschäftsentwicklung haben. Bereits 2004 stieg der Umsatz mit Musik-DVDs um geschätzte 26,3% auf 2,7 Mrd. Dollar. Für 2005 wird erneut mit einem Anstieg um 17,6% gerechnet. Einen Wachstumsbeitrag erwarten Experten auch von steigenden Verkäufen in Märkten wie China und Russland, die bis 2010 zum fünft- und sechstgrössten CD-Markt weltweit werden sollen.
Montag
17.01.2005