«Jetzt kann nach menschlichem Ermessen nichts mehr schief gehen», freute sich Radio-105-Gründer und Geschäftsführer Giuseppe Scaglione, der mit seinem Vorhaben «Music First» die begehrte Konzession für ein Zürcher Jugendradio ergattern will. Am Freitag läuft die Eingabefrist ab, und im Boot von Scaglione sitzen jetzt nicht nur sein früherer Konkurrent Mike Gut («Radiomax»), sondern auch das Institut für angewandte Medienwissenschaft (IAM) der Zürcher Hochschule Winterthur.
Das IAM hatte bei der erstmaligen Erteilung der Konzession im Dezember 2004 an DJ Radio eine entscheidende Rolle gespielt, weil das Departement von Bundsrat Moritz Leuenberger der Zusammenarbeit von Radiosender und Ausbildungsinstitut einen hohen Stellenwert gegeben hatte. Ein Jahr später hob der Bundesrat die Konzession wieder auf, weil Scaglione das rechtliche Gehör verweigert worden war.
«Wir gingen dann nach diesem Entscheid nochmals über die Bücher und haben uns dafür entschieden, für alle Sender offen sein zu wollen», sagte Hansjörg Enz vom IAM am Donnerstag gegenüber dem Klein Report. Darum arbeitet das Institut heute mit verschiedenen Sendern wie Radio Munot, Kanal K, Radio Top, Canal 3 und Tropic zusammen. «Music First» will hier noch einen Schritt weiter gehen. So sei geplant, gemeinsam Sendeformate zu entwickeln und bei der Ausbildung und in der Trendforschung zusammenzuarbeiten, kündete Giuseppe Scaglione an. «Ich freue mich auf junge Inputs der IAM-Studierenden», sagte er. Er betonte aber gegenüber dem Klein Report, kein «Schulradio» machen zu wollen, sondern bis zu zweimal fünf betreute Praktikantenplätze im Jahr anbieten zu wollen. - Siehe auch:, Zürcher Jugendradio: Gegenwind für DJ Radio, IAM steigt beim Zürcher Jugendradio aus und Zürcher Jugendradio vorerst gestoppt
Donnerstag
22.03.2007