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Dienstag
08.03.2011

Das Museum für Gestaltung Zürich erhielt vier grosse Schenkungen, die in der neu geschaffenen Ausstellungsreihe «Neu in der Sammlung» präsentiert werden. Zu den Schenkungen gehören grosse Teile des Firmenarchivs des Schweizer Möbelherstellers Embru, Werke des Typografen Wolfgang Weingart, das Archiv des Textildesigners Erich Biehle und eine grosse Anzahl von Plakaten der japanischen Künstler Fukuda, Tanaka und Nagai. Die erste Ausstellung der neuen Reihe ist «Reklame für Möbel - Das Archiv der Embru-Werke», die am 9. März beginnt.

Das Archiv der Embru-Werke zeichnet sich dadurch aus, dass es gut erhalten ist und dass die Werke für die Schweizer Designgeschichte «insbesondere für die Zeit der Moderne von 1930 bis 1950 von unschätzbarem Wert» seien, so das Museum. Zu den Ausstellungsstücken gehören die Werbebilder von Hans Finsler und Michael Wolgensinger oder die ersten Andrucke, die Druckclichées und die Kataloge zur Präsentation der Möbel.

Der Gestalter und Lehrer Wolfgang Weingart, der als «enfant terrible» der modernen Schweizer Typografie gilt und sich in den 60er-Jahren vom etablierten Swiss Style distanzierte, reizte mit seinen Werken die gestalterischen Möglichkeiten des Bleisatzes aus und nahm mit seinen Filmcollagen das digitale Sampling vorweg. Er hat dem Museum sein privates Archiv geschenkt, das neben den eigenen Arbeiten auch Studentenarbeiten umfasst.

Auch Erich Biehle hat sein Archiv mit Stoffentwürfen, Vordrucken, Foulards und Dokumenten, die bei seiner Arbeit für namhafte Labels wie Yves Saint Laurent, Givenchy, Lanvin oder Abraham entstanden, dem Museum vermacht. «Die hohe gestalterische Qualität der Dessins, die Dokumentation von Produktionsschritten und die internationale Vernetzung mit wegweisenden Modehäusern machen die Schenkung einzigartig», so das Museum.

Zu den Highlights der vier Schenkungen gehören die japanischen Plakate, welche die bedeutenden Bestände der Sammlung des Museum ergänzen. Die Schenkung umfasst 1200 Plakate der drei berühmten Grafiker Ikko Tanaka (1930-2002), Shigeo Fukuda (1932-2009) und Kazumasa Nagai (geb. 1929). Das Zürcher Museum verfügt bereits über bedeutende Bestände an japanischen Plakaten, die in den Ausstellungen «Kirei - Plakate aus Japan 1978-1993» (1993) und «Japanische Plakate - heute» (2006) der Öffentlichkeit gezeigt wurden.