Der Zürcher Wahlkampf wird immer aufgeheizter. Kurz vor dem Wahlsonntag ist es zu einer weiteren Eskalation gekommen: Die Polizei hat einen Mann verhaftet, der dem FDP-Kandidaten fürs Stadtpräsidium, Përparim Avdili, Morddrohungen geschickt haben soll.
Wie die «Neue Zürcher Zeitung» Online berichtet, nahm die Polizei am Donnerstag einen 31-jährigen Mann aus Montenegro fest. Er soll Avdili und dessen Familie über einen anonymen Social-Media-Account mit dem Tod bedroht haben. Die Staatsanwaltschaft führt ein Verfahren wegen Drohung und Missbrauchs einer Fernmeldeanlage.
Nach Informationen der NZZ stehen die Drohungen im Zusammenhang mit politischen Aussagen Avdilis zum Gaza-Krieg sowie zum Islam. Diese waren in den vergangenen Wochen von verschiedenen pro-palästinensischen Online-Kanälen aufgegriffen und kritisiert worden. In den sozialen Netzwerken folgte darauf eine Kampagne gegen den FDP-Politiker.
Avdili selber wollte sich laut NZZ derzeit nicht öffentlich zu den Drohungen äussern.
Der Vorfall ist nicht der erste Zwischenfall im Zürcher Wahlkampf. Bereits im Februar wurde ein SVP-Kandidat für den Gemeinderat am Albisriederplatz von jungen Männern attackiert. Auch andere Politikerinnen und Politiker berichteten in den vergangenen Monaten von Sachbeschädigungen oder Einschüchterungen.
Die jüngsten Drohungen gegen Avdili markieren damit einen weiteren Tiefpunkt in einem zunehmend aggressiven Wahlkampf in der Stadt Zürich.
Der festgenommene Mann befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuss; es gilt die Unschuldsvermutung.



