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Sonntag
08.04.2007

Beim Tausch von Pornobildern haben japanische Marinesoldaten versehentlich auch Militärgeheimnisse kopiert. Laut einem Bericht einer japanischen Zeitung geht es um geheime Daten über ein Raketenabwehrsystem. Der Skandal wurde bekannt, nachdem die Polizei vergangene Woche Ermittlungen gegen einen Marineoffizier einleitete. Der mit einer Chinesin verheiratete Mann wurde überführt, eine Computer-CD mit nach Hause genommen zu haben, auf der geheime Informationen über das Hightech-Raketenabwehrsystem Aegis gespeichert waren. Das in den USA entwickelte System wird auf japanischen Zerstörern eingesetzt, die in diesem Jahr mit dem SM-3-Raketenabwehrsystem ausgerüstet werden sollen. Das wiederum soll als Teil des geplanten japanischen Raketenabwehrschildes eingesetzt werden, heisst es in japanischen Medien.

Gegenüber der Polizei erzählte der zuerst verhaftete Offizier eine haarsträubende Geschichte. Die Geheimdaten müsse er wohl versehentlich mitkopiert haben, als er Pornos vom Computer eines Kameraden auf seinen eigenen Rechner übertrug. Damit nicht genug wurde noch ein dritter Offizier überführt, beim Kopieren von Pornobildchen ebenfalls «versehentlich» geheime Daten des Aegis-Systems mitgenommen zu haben. Die Polizei vermutet nun, dass auch ranghöhere Offiziere in den maritimen Pornotausch verwickelt sein könnten. Schliesslich, so das Argument der Beamten, hätten die bisher überführten Soldaten keinen Zugriff auf die streng geheimen Dokumente gehabt.