Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich anlässlich der Unterhaltungselektronikmesse in Las Vegas massiv gegen eine Lockerung des Urheberrechts ausgesprochen. Wer die Regelungen zum Umgang mit geistigem Eigentum reformieren wolle, zähle zu einer «neuen Art von Kommunisten», sagte Gates am Donnerstag dem Internet-Branchendienst ZDnet.
Diese Leute wollten «unter verschiedenen Vorwänden das abschaffen, was Musiker, Regisseure und Software-Programmierer zum Schaffen anreizt». «Sie glauben nicht daran, dass diese Art von Anreizen existieren darf», sagte Gates weiter. Unterdessen stellte Microsoft neue, kostenlose Sicherheitsprogramme für PC-Nutzer vor. In dem Online-Interview räumte Gates ein, es könne zwar «hie und da» bei der Copyright-Gesetzgebung Nachbesserungen geben, doch das geistige Eigentum sei der Antrieb, «um die Produkte von morgen zu entwickeln», betonte der Multimilliardär. Dies trage auch zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bei.
Nach Angaben von Microsoft können PC-Nutzer seit Donnerstag eine Testversion des kostenlosen Microsoft-AntiSpyware-Programms von der Website des Unternehmen herunterladen, das die Rechner von Ausspähungsprogrammen befreien soll. Solche Spionageprogramme werden via Internet in den PC eingeschleust, um beispielsweise auszuspähen, welche Websites ein Internetnutzer vorzugsweise besucht oder welche Waren er online einkauft. Anfang kommender Woche soll das AntiSpyware-Programm dann komplett zum Download bereitstehen.
Den Vorstoss von Microsoft auf dem Feld der Sicherheitssoftware werteten Branchenanalysten als alarmierend für die Branche, die bislang von kleineren Spezialunternehmen wie McAffee und Symantec dominiert werde.
Samstag
08.01.2005