US-Menschenrechtler werfen der Regierung von Sri Lanka (Ceylon) vor, die Pressefreiheit einzuschränken. Sie berufe sich dabei auf den Kampf gegen den Terror der Tamilen-Rebellen. Human Rights Watch bezeichnete am Donnerstag die Schliessung des Verlagshauses Standard Newspapers im vergangenen Monat als einen Missbrauch von Antiterrorgesetzen. Die Regierung hatte diese Schliessung mit Kontakten des Pressehauses zu Rebellen begründet. Der Verlag brachte mehrere Zeitungen in englischer und singhalesischer Sprache heraus. Die Vermögenswerte wurden eingefroren, ein Mitarbeiter befindet sich seit Februar in Haft.
«Mit dem Wiederaufflammen des Krieges geht die Regierung verstärkt gegen Kritiker vor», erklärte Human Rights Watch. Betroffen sei insbesondere die Arbeit von Journalisten, die Menschenrechtsverletzungen und Korruption öffentlich machten oder die Vorgehensweise der Regierung im Bürgerkrieg in Frage stellten. Die Tamilen-Rebellen kämpfen für eine unabhängige Region im Norden und Osten des Landes. Seit 1983 wurden dabei 68 000 Menschen getötet. Trotz einer 2002 vereinbarten Waffenruhe haben die Kämpfe im vergangenen Jahr wieder zugenommen.
Donnerstag
12.04.2007