Die Telefonkosten für die Konsumentinnen und Konsumenten sind in der Europäischen Union zwar gesunken. Doch um den Wettbewerb weiter zu verbessern, prüft die EU-Kommission eine Aufspaltung der grossen Telecom-Konzerne. «Wir denken daran, die organisatorische Trennung zwischen Netz und Diensten als ein Instrument einzusetzen», sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding bei der Vorlage des Telecom-Jahresberichts am Donnerstag in Brüssel. «Das ist kein Allheilmittel, aber eine mögliche Lösung, um den Markt zu öffnen», fügte sie an.
Die Unternehmen müssten ihre Netze ausgliedern, blieben aber deren Eigentümer. Die nationalen Regulierer sollten nach Ansicht der Kommissarin die Auslagerung bei Schwergewichten wie der Deutschen Telekom oder France Télécom erzwingen können, um anderen Wettbewerbern einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewähren. Vorbild sei Grossbritannien, wo die «funktionale Trennung» für mehr Wettbewerb gesorgt habe.
Dort wurde das Festnetz der British Telecom (BT) in eine eigenständige Gesellschaft ausgelagert, die aber Eigentum von BT bleibt. Ähnliche Vorschläge hat die EU-Kommission im Januar auch für die Energiebranche gemacht, stösst dabei aber auf erheblichen Widerstand aus Deutschland und Frankreich. Eine Verstärkung des Wettbewerbs ist nach Ansicht von Reding dringend nötig. «Die Öffnung der Telekommunikationsmärkte ist gewiss einer der grössten Erfolge der EU, wie man an sinkenden Tarifen und verbesserten Dienstleistungen ablesen kann.»
Donnerstag
29.03.2007