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Sonntag
10.05.2026

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Ralf Höcker entspannt... (© Höcker Webs.)

Ralf Höcker entspannt... (© Höcker Webs.)

Der deutsche Medienanwalt Ralf Höcker muss seinem Professoren-Titel nachrennen.

Die private Kölner Wirtschaftshochschule CBS University for Applied Sciences hat den Titel bereits im März 2024 widerrufen, wie der «Spiegel» berichtet. Weiterführen dürfe Höcker den Titel noch, weil er vor dem Kölner Verwaltungsgericht gegen die Aberkennung ­geklagt hat, so das Nachrichtenmagazin.

Bis das Verfahren abgeschlossen ist, darf der promovierte Jurist deshalb weiter den «Professor» führen.

Der Gründungspartner der Kölner Kanzlei Höcker ist gemäss seiner eigenen Website 2014 zum Honorarprofessor an der Cologne Business School ernannt worden.

Der Streit drehe sich gemäss Schriftsätzen darum, dass Höcker seit 2020 keine Vorlesungen mehr gehalten und keine Seminare mehr gegeben habe, so der «Spiegel».

Möglicherweise könnten aber auch die eher rechtsaussen Mandate für Unruhe sorgen. Die Spitze der AfD liess sich mehrfach über Anwälte der Kanzlei beraten, ein Professor der Bun­despolizei aus Lübeck, dem öffentlich vorgeworfen wurde, zu weit rechts zu stehen, gehöre zu den Klienten.

Und eine Zeit lang habe sich die Kanzlei mit dem ehemaligen Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen zusammengetan, «dockte ihn als Berater an», wie es heisst.

Maaßen war ehemals Mitglied der erzkonservativen Werteunion und der CDU. Bei der Werteunion war Höcker wiederum auch einmal als Pressesprecher tätig.

Der «Spiegel», der den Medienanwalt «als Liebling der Rechten» bezeichnet, gibt unter anderem noch ein Bonmot von ihm zum Besten, das er im Deutschlandfunk abgesondert hat: «Ein Anwalt mit Berufsethos muss bereit sein, Hitler gegen Stalin zu vertreten und Stalin gegen Hitler. Und zwar je nachdem, wer als Erster anruft.»