Die Journalistin Anne-Friederike Heinrich übernimmt per 1. Oktober die Chefredaktion der in die Schlagzeilen geratenen Lokalzeitung «Maurmer Post». Der Gemeinderat hat ihre Anstellung formell beschlossen.
«Für die September-Ausgaben bleibt Gerold Brütsch, Chefredaktor ad interim verantwortlich, bevor sein Mandat endet», schreibt das Lokalblatt in seiner neusten Ausgabe.
Nach einer Übergangsphase unter der Leitung des Gemeinderats liege die redaktionelle Verantwortung seit rund zwei Monaten wieder bei der neu gewählten Kommission, wie es weiter heisst. Bei der vorhergehenden kam es zu wüsten Kompetenzstreitigkeiten bis zum Gemeindepräsidenten Yves Keller. Ein abrupter Abgang des ehemaligen Chefredaktors und viel zerschlagenes Geschirr waren die Folge.
Die Kommission der «Maurmer Post» unter dem Vorsitz von Anita Gut hat die deutsche Journalistin nun ausgewählt. Die letzte Festanstellung von Anne-Friederike Heinrich war die Chefredaktion der Fachzeitschrift «WerbeWoche», die sie Ende 2017 auch abrupt nach vier Jahren als Chefredaktorin verliess. Beim Fachblatt war sie seit 2007 angestellt.
Danach hat sie PR-Arbeiten für verschiedene Kunden übernommen und freischaffend für diverse Publikationen gearbeitet. Mit dem Schulstart ihrer beiden Söhne habe sie sich einen Traum erfüllt: «Geschichten und Gedichte für Kinder schreiben», wie ein Buchverlag schreibt. Als Kinderbuchautorin hat sie ein Kinder- und Jugendbuchfestival in der Schweiz gegründet.
Die gebürtige Deutsche hat in Münster und Bonn studiert und wohnt heute mit ihrer Familie in Zürich. «Im Laufe des nächsten Jahres wird sie ihren Lebensmittelpunkt nach Pfaffhausen verlegen», schreibt die «Maurmer Post».
Das Redaktionsteam mit Stefanie Kamm und Brigitte Selden bleibe bestehen.
Um «einen juristisch ‚gangbaren Weg‘ für die Herausgabe der ‚Maurmer Post‘ zu finden», werde die «Maurmer Post» künftig als «klassische Gemeindepublikation mit Forumscharakter» auftreten, schrieb der Gemeinderat Anfang März zum Stand der Auseinandersetzungen.
«Einzige Neuerung» sei eine «Schärfung des Leistungsauftrags»: Die Redaktion der «Maurmer Post» muss in Zukunft «auf selbst verfasste, meinungsbildende Inhalte zu politischen Geschäften verzichten».