Einmal mehr stand Geld im Zentrum eines Podiumsgesprächs in Locarno. Filmjournalist Christian Jungen leitete die Gesprächsrunde mit Festivalpräsident Marco Solari, Noch-Filmchef Nicolas Bideau, Gabi Bussmann (Filmfestival Nyon) und Filmer Christian Frei. «Die Filmbranche muss eine Familie bleiben», appellierte Solari an den Teamgeist. Die diversen Filmfestivals in der Schweiz benötigten mehr Geld. Eine Umverteilung von einem Festival zum anderen sollte sich verbieten, käme wohl einer Selbstzerfleischung gleich.
Aber woher nehmen? Ivo Kummer (Solothurner Filmtage) wusste eine Antwort: «Ein Militärflugzeug weniger, und wir wären für zehn Jahre saniert.» Das wäre zu schön. «So einfach ist das nicht», entgegegnete Solari. «Aber die Zeit der Geschenke ist vorbei. Wir müssen überzeugen, und nochmals: das Cinema muss eine Familie bleiben.» Das Festival geht weiter, etwas verschlankt, nicht weniger attraktiv, wenngleich die Piazza Grande bisher nur einmal über 7000 Zuschauer anlockte, und zwar am polit-beliebten Samstag, als das amerikanische Familiendrama «Cyrus» über die Grossleinwand flimmerte. Ansonsten bewegten sich die Zuschauerzahlen zwischen 3800 («Kings Road») und 6700 («Hugo Koblet - Pédaleur de charme»).
Mittwoch
11.08.2010




