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Samstag
31.03.2007

Bis Ende März war die Schweizer Fernseh-, Radio- und Vermarktungsbranche eingeladen, ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Stiftung Mediapulse zu nennen. Die Stiftung Mediapulse ist die Nachfolgeorganisation des früheren SRG-Forschungsdienstes und soll im April ihre Tätigkeit gemäss dem neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) aufnehmen. Sie wird einen 18-köpfigen Stiftungsrat plus einen Präsidenten haben. Dieser soll «neutral» sein.

Der Stiftung gehören an: die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG (6 Sitze), die privaten Veranstalter von Radio und Fernsehen (VSP, Telesuisse, RRR, Unikom) mit 6 Sitzen und die Vermarkter und Verbände mit ebenfalls 6 Sitzen. Anfang April erhält Medienminister Moritz Leuenberger zudem die Vorschläge, wer aus all diesen Gruppen am 24. April in den neu zu konstituierenden Verwaltungsrat gewählt werden soll.

Bereits bekannt ist, dass der Privatradioverband VSP Nathalie Rochat von RTN, Martin Freiburghaus von Radio BE1 und Martin Mürner von Radio BeO für den Stiftungsrat vorgeschlagen hat. Gemäss Recherchen des Klein Reports ist der Präsident der Stiftung, der gleichzeitig auch VR-Präsident sein wird, auch gesetzt. Es ist der frühere Verlagsdirektor der «Neuen Zürcher Zeitung», Marco de Stoppani.

Aus den 3 Gruppierungen dürfen nur jeweils 2 Personen (und nicht 2 aus der gleichen Firma) im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Vorallem bei den Vermarktern und Verbänden ist das Gerangel riesengross und im Verhältnis zur SRG natürlich auch wieder schlecht und unfair gewichtet. Denn allein der starke Verband SWA (Schweizerischer Werbeauftraggeber Verband) beansprucht 3 Sitze. Der BSW hat Urs Schneider und Stefan Küng im Köcher, und die Goldbach Media Gruppe möchte Klaus Kappeler vorschicken. Seltsamerweise ist der auch nicht ganz unwichtige Verband GfM aus dem Rennen. Nebst der IGEM, der Interessengemeinschaft der elektronischen Medien, für die Ueli Custer etwas heftig lobbyiert, ist in dieser Fraktion auch die Publigroupe.

Von der SRG werden Radiodirektor Walter Rüegg und Martin Schneider mit ziemlicher Sicherheit die VR-Sitze einnehmen. Wobei der CEO der SRG-Vermarktungstochter Publisuisse lieber im Vermarktungslager positioniert gewesen wäre.

Die privaten Fernsehunternehmer werden Telesuisse-Präsident Filippo Lombardi (TeleTicino) für den VR vorschlagen. Und auch Martin Mürner von Radio BeO hat gute Karten in seinem Lager. Mehr dazu: Die Nachfolgeorganisation für den SRG-Forschungsdienst steht und Krach im Privatradioverband wegen Forschungs-Delegation