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Samstag
08.01.2005

Wegen makaberer Fotos von Flutopfern in Südostasien ist die dänische Zeitschrift «Se og Hoer» am Donnerstag aus dem Verkauf genommen worden, wie Newsroom.de am Freitag schreibt. Die jüngste Ausgabe des Wochenmagazins mit einer Auflage von 192 000 Exemplaren zeigte auf der Titelseite und im Innenteil Bilder von aufgeblähten und zum Teil verstümmelten Leichen auf dem Strand von Khao Lak in Thailand, wo Tausende Skandinavier zur Zeit der Flutkatastrophe ihre Weihnachtsferien verbrachten. Die beiden grössten dänischen Supermarktketten Coop Danmark und Dansk Supermarket nahmen die Zeitschriften als Reaktion auf die Empörung von Angestellten und Kunden aus den Regalen. «Normalerweise mischen wir uns nicht in den Inhalt der Presseerzeugnisse in unseren Regalen ein. Aber diesmal ist die Situation aussergewöhnlich und erfordert eine aussergewöhnliche Entscheidung», sagte Coop-Sprecher Jens Juul Nielsen der Nachrichtengentur AFP.

Er äusserte zugleich die Hoffnung, dass dies im Interesse der Pressefreiheit der einzige derartige Vorfall bleiben werde. Der Chefredakteur des Magazins, Henrik Qvortrup, erklärte, mit den Fotos habe niemand verletzt, aber das Ausmass der Tragödie verdeutlicht werden sollen. Er bedauerte die Veröffentlichung der Bilder, wies jedoch zugleich darauf hin, dass die Tageszeitungen «Ekstra Bladet» und «Information» die Fotos ebenfalls gebracht hätten.