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Montag
26.03.2007

Die Schweizer Tageszeitungen stagnieren: Ihre Leserzahlen sind stabil oder nehmen gar leicht ab. Kräftig zulegen kann «20 Minuten». Mittlerweile hat das Gratisblatt aus dem Zürcher Tamedia-Verlag fast so viele Leser wie der «Blick» und der «Tages-Anzeiger» zusammen. Für «20 Minuten» errechnet die am Dienstag publizierte neuste Erhebung der Wemf AG für Werbemedienforschung in der Deutschschweiz 1 170 000 Leserinnen und Leser. Das sind 54 000 oder 4,8 Prozent und damit signifikant mehr als bei der letzten Publikation im vergangenen September.

Die drei grössten bezahlten Tageszeitungen hingegen verlieren an Boden, allerdings sind diese Veränderungen statistisch nicht aussagekräftig: Der «Blick» kommt neu auf 694 000 Leser, 21 000 oder 2,9 Prozent weniger als bei der letzten Erhebung. Die Leserschaft des «Tages-Anzeigers» nahm von 551 000 auf 534 000 ab. Und die «Mittelland Zeitung» wird insgesamt von 435 000 Menschen gelesen (letzte Untersuchung: 449 000). Als einzige grosse Tageszeitung legte die «Berner Zeitung» leicht zu, von 392 000 auf 395 000 Leser.

Dahinter folgen die «Neue Zürcher Zeitung» (308 000 Leser), die «Neue Luzerner Zeitung» (284 000), die «Südostschweiz» (243 000), das «St. Galler Tagblatt» (214 000) und die «Basler Zeitung» (204 000). Alle haben leicht Terrain eingebüsst - die Zahlen sind aber zum Teil aus methodischen Gründen nicht vergleichbar. In der Westschweiz bleibt «Le Matin» die meistgelesene Zeitung (321 000), gefolgt von «24 Heures» (242 000), der «Tribune de Genève» (169 000) und «Le Temps» (118 000). Auch diese Zeitungen verloren Leser. Noch nicht in der Studie enthalten sind die in den vergangenen beiden Jahren lancierten Gratiszeitungen «heute», «20 Minutes» und «Le Matin bleu». Es werden jedoch in den nächsten Tagen Wemf-Zahlen erwartet.

Die beliebteste Sonntagszeitung ist in der Deutschschweiz nach wie vor der «SonntagsBlick». Die Boulevardzeitung legte leicht zu und hat nun über eine Million Leser (1 005 000). Mit 785 000 Lesern folgt die «SonntagsZeitung», die Einbussen hinnehmen musste. Die «NZZ am Sonntag» steigerte sich leicht auf 466 000 Leser. Die meistgelesene bezahlte Zeitschrift ist weiterhin das Konsumentenmagazin «K-Tipp» mit 1,012 Millionen Lesern. Es folgen der «Beobachter» (998 000) und die «Schweizer Illustrierte» (988 000), die beide unter die Millionengrenze fielen. Verloren hat auch die «Weltwoche», die noch von 378 000 Personen gelesen wird.

Die mit Abstand grössten Publikationen bleiben die wöchentlich erscheinenden Gratiszeitungen der Grossverteiler: Die Nase vorn hat weiterhin die «Coop-Zeitung» mit 2,63 Millionen Leserinnen und Lesern. Dem «Migros-Magazin» halten knapp 2,3 Millionen Personen die Stange. Die Studie zeigt auch, dass die Schweiz ein Volk von Zeitungslesern bleibt: Rund 90 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren lesen mindestens eine Zeitung mehr oder weniger regelmässig, 93 Prozent eine Zeitschrift. Diese Werte blieben seit dem Jahr 2000 relativ stabil. Die jüngste Erhebung basiert auf der Befragung von 24 133 Personen, davon rund 17 400 in der Deutschschweiz. Die Umfrage wurde zwischen Oktober 2005 und September 2006 durchgeführt.

Die Mach Consumer macht fast jede Konsumzielgruppe transparent und verknüpft zudem das Konsumverhalten und die Mediennutzung der Schweizerinnen und Schweizer. Die Studie zeigt auch auf. was die verschiedensten Zielgruppen kaufen, konsumieren und denken. Beide Studien können bestellt werden bei: Wemf AG für Medienforschung, Tel. 043/311 76 76, E-mail: wemf@wemf.ch.