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Sonntag
30.11.2025

Medien / Publizistik

Kämpfer für ein selbstbestimmtes Leben/Dign.

Kämpfer für ein selbstbestimmtes Leben/Dign.

«Ein Pionier und Kämpfer legt sich zur Ruhe». Unter diesem Titel verabschiedete sich die von ihm 1998 gegründete Sterbehilfeorganisation Dignitas von Ludwig A. Minelli. «Er verstarb am 29. November 2025 kurz vor seinem 93. Geburtstag selbstbestimmt durch eine Freitodbegleitung.»

Generalsekretär Minelli habe mit dem Wachstum des Vereins «schon vor mehreren Jahren die Vereinsleitung um mehrere Personen erweitert und so Kontinuität und Nachfolge für einen nahtlosen Übergang geregelt», schreibt Dignitas am Samstag in einer Mitteilung über Minelli, der 1956 seine Laufbahn als Journalist bei der «Tat» begonnen hatte.

«Von 1964-1974 war er der erste ‚Spiegel‘-Korrespondent in der Schweiz», heisst es über seinen Weg.

Fasziniert von den rechtlichen Möglichkeiten, mit denen die in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Grundrechte jenseits der Staatsgrenzen durchgesetzt werden konnten, begann Minelli 1977 ein Jurastudium, das er 1981 mit dem Lizentiat abschloss.

1977 gründete er die «Schweizerische Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention» (SGEMKO). 1986 machte Minelli mit 54 das Rechtsanwaltspatent.

Seinem Rechtsverständnis sei die Überzeugung zugrunde gelegen, dass der Staat dem Bürger dient, und nicht der Bürger dem Staat.

«Besonders am Herzen lag ihm die Wahrung und Durchsetzung der in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Menschenrechte», schreibt Dignitas.

Seine Rechtsfälle führte Ludwig A. Minelli stets mit Blick auf die Möglichkeit, wenn nötig den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg anzurufen.