Fernsehen, Radiohören und Zeitunglesen waren auch im Jahr 2004 die liebsten Hobbys der Schweizerinnen und Schweizer. Immer weniger Freizeit bleibt für die Familie. Das zeigt die neueste Univox-Umfrage des Forschungsinstituts GFS Zürich. Ungekrönter König der Schweizer Stuben bleibt unangefochten der Fernseher: 80% der Befragten sehen fast täglich mindestens eine Stunde lang fern, weitere 16% mindestens einmal pro Woche. 71% hören beinahe täglich eine Stunde Radio, 59% lesen fast jeden Tag Zeitungen oder Zeitschriften.
Einen starken Rückgang gegenüber der letzten Univox-Umfrage zum selben Thema im Jahr 2000 verzeichnete die Beschäftigung mit der Familie. Nur noch 47% verbringen täglich Zeit mit ihren Angehörigen - Frauen (52%) eher als Männer (43%). Weitere 22% sehen ihre Familie immerhin einmal pro Woche. Andere häufige Freizeitbeschäftigungen sind Einkaufen und Faulenzen. Viele Befragte surfen zudem mindestens einmal pro Woche im Internet, treiben aktiv Sport, lesen Bücher oder gehen aus. Eher im Monatsrhythmus machen Schweizer Ausflüge oder besuchen kulturelle Veranstaltungen.
Insgesamt finden die Schweizer immer weniger Zeit für ihre Hobbys: 14 von 18 untersuchten Beschäftigungen wurden weniger oder gleich häufig ausgeübt. An Bedeutung gewonnen haben neben dem Surfen im Internet nur drei wenig im Trend liegende Tätigkeiten: Heimwerken/Handarbeit, Gartenarbeit und ehrenamtliche Arbeit. Der Wunsch nach mehr Freizeit hat sich gegenüber 2000 folgerichtig leicht verstärkt. Die Befragten möchten die allermeisten Freizeitbeschäftigungen häufiger ausüben. Besonders begehrt sind Reisen und Ausflüge, Ausgehen, Kontakt mit Bekannten, Lesen, sich mit der Familie beschäftigen und Faulenzen. Eher abbauen möchten Befragte bei ehrenamtlichen Engagements und bei der Gartenarbeit. Rund ein Drittel der Befragten hätte zudem nichts gegen weniger ausgedehnte Einkaufstouren, und ebensoviele nehmen sich vor, weniger fernzusehen.
Die Univox-Umfrage ist eine langfristige Beobachtung der Schweizer Gesellschaft. Sie wurde zwischen 1986 und 1999 jährlich durchgeführt, seit 2000 im Zweijahres-Rhythmus. GFS Zürich arbeitet dafür mit rund 20 meist universitären Instituten zusammen. Die neueste Freizeit-Umfrage fand im September 2004 statt. Es wurden 718 Schweizer Stimmberechtigte befragt, drei Viertel Deutschschweizer, ein Viertel Romands.
Donnerstag
13.01.2005