Der Dachverband Suisseculture warnt zusammen mit anderen Kulturorganisationen vor einem schleichenden Abbau professioneller Kulturarbeit in der Schweiz. Die SRG-Initiative streue Salz in diese Wunde.
Die «Büäz» der Kulturprofis ist für den Verband «kein romantisches Nebenprojekt, sondern Arbeit – mit Verantwortung, Sozialabgaben und Existenzrisiken», heisst es in einem gepfefferten Statement.
«Wenn Förderbudgets real schrumpfen und Sichtbarkeit von Kultur wegbricht, kippt nicht ‚ein bisschen Luxus‘, sondern eine ganze Arbeitsrealität.»
Kulturschaffende hätten seit Jahren mit sinkenden Einkommen, unsicheren Arbeitsverhältnissen und fehlender sozialer Absicherung zu kämpfen. Besonders kritisch sieht Suisseculture die politische Debatte rund um die SRG-Initiative.
Damit drohe weniger Kulturberichterstattung und ein Verlust an Sichtbarkeit für Kulturschaffen im In- und Ausland.
Die SRG-Initiative sei «symptomatisch für die Angriffe gegen die Kultur und die Kürzungen im Bereich der Kultur», deren Resilienz erschöpft ist.
Suisseculture stützt sich in dem Statement auf eine Einkommensstudie von 2021: Das durchschnittliche Jahreseinkommen von Kulturschaffenden läge demnach unter 40’000 Franken.
Und auch die Künstliche Intelligenz kommt in dem «Flächendecker» zur Sprache: Diese erhöhe den Druck, etwa durch Einnahmeverluste im Musik- und Filmbereich.
Der Verband fordert faire Honorare, verlässliche Förderung und eine stärkere internationale Anbindung, unter anderem durch einen Beitritt der Schweiz zu Creative Europe.
Auch die Medienverbände SSM, Syndicom und Impressum warnten am Mittwoch vor den Folgen der sogenannten «Halbierungsinitiative». Die Abgabensenkung würde zahlreiche Arbeitsplätze vernichten, die Medienvielfalt schwächen und «die gesamte Medienlandschaft unter Druck setzen»
Und dies, ohne die strukturellen Probleme der Medienbranche zu lösen.




