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Dienstag
21.12.2004

Der Konkurrenzkampf zwischen ARD und ZDF um Sendeplätze hat sich verschärft. ZDF-Programmchef Thomas Bellut drohte der ARD am Wochenende, die Talkshow von Johannes B. Kerner am Sonntagabend parallel zur Talksendung «Sabine Christiansen» auszustrahlen. Hintergrund sind Pläne der ARD, das Newsjournal «Tagesthemen» auf 22.15 Uhr vorzuverlegen und den bislang freitags ausgestrahlten «Bericht aus Berlin» unmittelbar vor der ZDF-Sendung «Berlin direkt» am Sonntagabend zu plazieren.

Bellut bezeichnete diese Pläne in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Focus» als «Kette von unfreundlichen Kampfprogrammierungen» und warf der ARD vor, einen Verdrängungswettbewerb gegen das ZDF zu planen. Sollte die ARD weiter Druck machen, könne die Sendung mit Kerner kurzfristig von Freitag auf Sonntag verlegt werden, sagte Bellut.

ARD-Programmdirektor Günter Struve wies die Vorwürfe scharf zurück. In der «Bild am Sonntag» kritisierte er, dass das ZDF ohne Anlass von Kampfprogrammierung spreche, um dann selbst damit zu drohen. Die ARD habe «an keiner Stelle» gegen das ZDF programmiert. «Alle wären gut beraten, auf solche Fingerhakeleien zu verzichten», wurde Struve zitiert.

Bereits vor einigen Tagen hatte das ZDF angekündigt, dass Thomas Gottschalk im kommenden Sommer vier Wochen lang eine Late-Night-Show bekommen soll, die um 23 Uhr parallel zur neuen Harald-Schmidt-Show in der ARD laufen soll. Der Entertainer soll zudem eine weitere neue Sendung im ZDF erhalten. Bellut sagte, Gottschalk werde am Samstagabend einen grossen «Drei-Länder-Vergleichstest» zu Bildungsthemen moderieren, an dem Österreich und die Schweiz teilnehmen sollten.