Nach Querelen mit Microsoft hat jetzt die Kommission der Europäischen Union auch ein Kartellverfahren gegen Apples iTunes eingeleitet. «Brüssel stört sich an der Beschränkung auf das Abspielgerät iPod», schrieb die «Financial Times Deutschland» am Dienstag. Dem amerikanischen Unternehmen («Mac») drohe eine Busse von bis zu 1,4 Milliarden Euro (zehn Prozent des Jahresumsatzes), hat «Die Welt» ausgerechnet.
Die Konsumenten seien in ihrer Wahl, wo und welche Musik sie kaufen könnten, eingeschränkt, habe die Kommission am Dienstag mitgeteilt. Hintergrund sei, dass sich bei iTunes gekaufte Songs nur auf den tragbaren iPod-Playern von Apple abspielen lassen. Diese enge Verbindung von Download-Angebot und Abspielgeräten hat beim europäischen Konsumentenschutz zu Stirnrunzeln geführt. Der Konsument müsse die freie Wahl haben, auf welchem Gerät er seine Lieder abspiele, lautet die Forderung. Apple habe nun zwei Monate Zeit, um auf die Vorwürfe der Kommission zu reagieren.
Apple gerät laut FTD aber auch wegen einer anderen Beschränkung unter Druck: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes habe gegen das Unternehmen und die grossen Plattenfirmen formelle Verfahren eröffnet, weil Kunden Musiktitel nur in ihrem jeweiligen Heimatland herunterladen können. Solche territorialen Beschränkungen verstossen gegen EU-Kartellrecht. Im Fall einer Verurteilung drohen den betroffenen Firmen Geldbussen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.
Ähnliche Einschränkungen hat die Kommission bereits erfolgreich beim Autovertrieb unterbunden. Autohersteller behinderten Kunden lange Zeit dabei, im Ausland billiger eingekaufte Autos in ihr jeweiliges Heimatland mitzunehmen.
Dienstag
03.04.2007