Seit dem Aus von Radio Liechtenstein und dem «Volksblatt» ist die Medienlandschaft im Ländle in Bewegung. Nun sucht auch noch die Stiftung Vaterländische Union für die Tageszeitung «Liechtensteiner Vaterland» eine neue Trägerschaft.
Über die Verschiebungen im lokalen Medienmarkt und neue Geldquellen sprach der Klein Report mit Ivo Klein. Er ist Verwaltungsratspräsident der Vaduzer Medienhaus AG, die die Tageszeitung herausgibt.
Steht das «Liechtensteiner Vaterland» de facto zum Verkauf?
Ivo Klein: «Nein, wir sondieren eine neue Trägerschaft für das gesamte Unternehmen, die Vaduzer Medienhaus AG. Dies vor dem Hintergrund der Medienlandschaft in Liechtenstein, die sich seit dem Aus des ’Volksblatts’ und von Radio Liechtenstein stark verändet hat.»
Was hat die Stiftung Vaterländische Union dazu gebracht, eine mögliche neue Besitzerschaft zu suchen?
Klein: «Der Verwaltungsrat hat gemeinsam mit den Eigentümervertretern die Rolle des Vaduzer Medienhauses in einer stark veränderten Medienlandschaft überprüft. Dabei wurde deutlich, dass sich die Anforderungen durch die neuen Marktverhältnisse und die digitale Transformation grundlegend verändert haben. Wir sind zum Schluss gekommen, dass eine neue Trägerschaft bessere Voraussetzungen schaffen kann, um das Unternehmen langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln.»
Die Vaduzer Medienhaus AG hat seit dem Aus der Zeitung «Volksblatt» 2023 eine dominante Marktstellung in Liechtenstein. Wie wollen Sie die Glaubwürdigkeit in Bezug auf Unabhängigkeit herstellen?
Klein: «Dies haben wir bereits mit der Veröffentlichung des Redaktionsstatus in 2023 gemacht, dort ist klar die Unabhängigkeit der Redaktion festgehalten. Eine neue Trägerschaft würde die Unabhängigkeit nun auch institutionell verankern.»
Beide Zeitungen in Liechtenstein sind und waren Parteiblätter: Das ehemalige «Volksblatt» stand der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) nahe, und das «Liechtensteiner Vaterland» wird über die Stiftung VU von der Vaterländischen Union kontrolliert. Weshalb sollte die Nachfolgebesitzerin in Zukunft weniger politisch sein?
Ivo Klein: «Weil die neue Besitzerin keine Partei mehr wäre.»
Wer wäre aus Sicht der Stiftung und Besitzerin des «Liechtensteiner Vaterlands» der ideale Kandidat?
Klein: «Wir streben eine breite Trägerschaft an, die beispielsweise durch mehrere gemeinnützige Stiftungen erreicht werden könnte.»
Und was für preisliche Vorstellungen macht sich die Stiftung Vaterländische Union?
Klein: «Dazu geben wir keine Auskunft.»




