Der zunehmende Vertrieb von Musik über das Internet geht nicht nur zu Lasten des CD-Absatzes, sondern stellt nach Ansicht von Branchenkennern auch das traditionelle Musikalbum mit mehreren Songs in Frage. Der Verkauf ganzer Alben als Silberscheibe ging in den USA bis Mitte März um etwa 20 Prozent auf 89 Millionen Scheiben zurück, als Dateipaket aus dem Internet ebenfalls um etwa 20 Prozent auf 99 Millionen, wie der Branchenservice Nielsen SoundScan in der Nacht auf Donnerstag bekannt gab. Hohe Zuwachsraten gab es demnach nur beim Internet-Download einzelner Titel, nämlich von knapp 20 Prozent auf 288 Millionen Lieder.
Die Musikkonsumenten machten damit der Musikindustrie klar, dass sie trotz aufwändiger Produktion ganzer Alben am Ende doch nur einige wenige Titel haben wollten, sagte Branchenanalyst Michael McGuire vom Marktforschungsunternehmen Gartner Research. Die Kunden würden damit wieder die vollständige Kontrolle über ihren Medienkonsum erlangen. Diese Entwicklung werde auch nicht mehr rückgängig zu machen sein, sagte McGuire. Die Plattenfirmen EMI und Warner Music seien laut McGuire bereits auf der Suche nach Indikatoren für die Musikwünsche ihrer Kunden und neuen Vertriebsschienen. Firmen, die auf diese Entwicklung nicht reagierten, seien dagegen zum Scheitern verurteilt.
Donnerstag
22.03.2007