Der massive Fall von Lehrer-Mobbing in einem Zürcher Schulhaus hat auch in Grossbritannien Parallelfälle. Immer mehr Lehrer auf der Insel leiden so sehr unter Mobbing-Aktionen ihrer Schüler im Internet, dass sie krank werden und schliesslich den Beruf wechseln. «Die Online-Schikanen gegen Lehrer müssen aufhören», forderte deshalb Erziehungsminister Alan Johnson. Das «Cyber-Bullying», wie die Briten das Phänomen nennen, sei «grausam und unbarmherzig», erklärte Johnson gemäss Medienberichten vom Mittwoch.
Es sei längst nicht nur gegen Lehrer gerichtet. Auch Mitschüler würden auf diese Art von anderen gequält. Videos, die zum Beispiel auf Toiletten oder in Umkleideräumen mit Handy-Kameras gemacht und dann im Internet für ein weltweites Publikum veröffentlicht werden, könnten einem Kind schweren psychischen Schaden zufügen, warnten Experten. In einem der aufsehenerregendsten Fälle der letzten Monate hatten Schüler in Schottland einem Lehrer, der gerade etwas an die Tafel schrieb, von hinten die Hosen heruntergezogen und den fassungslosen Mann mit einem Handy gefilmt. Das Video sei mit genauer Angabe zu der Schule bei der populären Website YouTube aufgetaucht, berichtete die Zeitung «Daily Telegraph». YouTube habe es aber nach Protesten vom Server genommen.
Johnson appellierte deshalb an die Betreiber von Websites, keine peinlichen oder beleidigenden Fotos und Videos von Lehrern oder Schülern mehr zu veröffentlichen. «Ich rufe die Betreiber dieser Websites auf, energischer dagegen vorzugehen und solche beleidigenden Schulvideos zu blockieren», sagte er. Zugleich kündigte er schärfere Massnahmen an den Schulen gegen das «Cyber-Bullying» an. So dürften Lehrer ab jetzt Handys und Digitalkameras konfiszieren, die für solche Zwecke benutzt wurden.
Mittwoch
11.04.2007