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Freitag
17.12.2004

Rund 43 Jahre nach seinem Tod ist eine unveröffentlichte Kurzgeschichte von Ernest Hemingway (1899-1961) aufgetaucht und in New York versteigert worden. Der Käufer, zu dem das Auktionshaus Christie`s keine Angaben macht, hat 31 000 Dollar (rund 35 891 Franken) dafür bezahlt. Die Geschichte ist vor rund 80 Jahren entstanden und heisst «Mein Leben in der Stierkampf-Arena mit Donald Ogden Stewart». Ein Sachverständiger hatte vorab den Wert des vierseitigen Manuskripts und eines handgeschriebenen Briefs des amerikanischen Schriftstellers auf 12 000 bis 18 000 Dollar geschätzt. Der junge Hemingway hatte die Geschichte 1924 nach einem Stierkampfbesuch in spanischen Pamplona mit seinem Freund und Kollegen Donald Ogden Stewart geschrieben und ihm seinerzeit das Werk geschenkt.

Das Manuskript war erst kürzlich von Stewarts Sohn, der in Rom lebt, im Nachlass seines Vaters entdeckt worden. Die Hemingway-Stiftung, die sich um die Autorenrechte des Toten kümmert, hatte einer Veröffentlichung der Kurzgeschichte zugestimmt, berichteten US-Zeitungen. Die Familie des Nobelpreisträgers habe sich aber dagegen ausgesprochen. Für die Veröffentlichung ist die Zustimmung beider Parteien notwendig. Und so müssen sich Hemingway-Fans wohl noch eine Weile gedulden, bis sie ein neues Werk des grossen Autors in die Hände bekommen werden.