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Freitag
07.01.2005

Entertainer Harald Schmidt kann sich vorstellen, den Start seiner Show in der ARD am 19. Januar wegen der Flutkatastrophe zu verschieben. «Das müsste man abwarten», sagte Schmidt in einem Interview mit «Focus». In den Tagen unmittelbar nach den Ereignissen in Südostasien hätte er die Sendung «hundertprozentig nicht» produziert. Er würde die Flut und die Folgen allerdings dann zum Thema machen, «wenn ein Übereinsatz von Rückkehrern in den Talkshows stattfindet», so Schmidt.

Für seine Show «Harald Schmidt» kündigt der 47-Jährige in «Focus» ein Comeback der Französin Nathalie an sowie eine Rolle für den Sprecher des ARD-Verkehrsratgebers «Der 7. Sinn», Egon Hoegen. Zudem verriet er, dass die ARD-Show-Band in seiner Sendung bis auf Bandleader Helmut Zerlett in der gleichen Besetzung wie in seiner Sat.1-Late-Night spielt.

Thematisch will er unter anderem Schiller und Einstein, die Wahlkämpfe in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie die Besuche von US-Präsident George W. Bush und des Papstes aufgreifen. Er hoffe sehr, so Schmidt, «dass ein Politiker aus der fünften bis elften Reihe in Füssen oder Bad Oldesloe vor elf Leuten durchdreht und sagt, dieser Krieg wurde uns aufgezwungen. Damit die Empörungsmaschine noch mal auf Hochtouren laufen kann.» Zudem sei er stolz, dass die ARD auf die Rechte am Fussball-Uefa-Pokal verzichten wolle, um ihn zu finanzieren: Nun müssten die Zuschauer nicht mehr sehen, «wie unsere Elite-Kicker am Nachmittag in grauen, regnerischen Beitrittskandidaten-Ländern herumstolpern.»

Eine Einschaltquote von einer Million Zuschauern bei der Sendung am 19. Januar wäre «ein Erfolg», so Schmidt. Er und die Zuschauer müssten sich allerdings erst an das neue Halbstundenformat gewöhnen. Kritik an seiner ersten Sendung am 23. Dezember wies Schmidt zurück. Er habe danach das übrige Fernsehprogramm intensiv studiert und müsse nun sagen: «Meine erste Sendung war ja absolute Weltklasse!» So was Gutes habe er lange nicht mehr gesehen. «Eine solche Granatenspitzensendung abzuliefern nach einem Jahr Pause, da werde ich mir selbst schon fast unheimlich.»