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Mittwoch
07.03.2007

Der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat am Mittwoch am Europäischen Zeitungskongress in Wien kritisiert, «dass Zeitungen fast ähnlich schnell und rücksichtslos gehandelt werden wie Aktien an der Wall Street». Diese Entwicklung müsse man kritisch hinterfragen, wenn man über die Qualität im Journalismus und über die Zukunft von Arbeitsplätzen im Mediensektor spreche, erklärte er. Eine gemeinsame europäische Regelung sei allerdings aufgrund der unterschiedlichen Situation in den einzelnen Ländern abzulehnen. «Fördern wir die Zeitungen in einer Form, die ihnen gut tut, die zukunftsträchtig und nachhaltig ist und die vor allem zur Pluralität der Meinungen beiträgt», schlug Gusenbauer vor.

Gleichzeitig fordert er die Europäische Kommission auf, die Handlungsspielräume des Wettbewerbs- und Kartellrechts stärker zu nutzen. Unabhängig davon gab der Kanzler zu verstehen, dass man sich in Europa an transnationale Eigentümerstrukturen gewöhnen muss. «Ich bin gegen eine Renationalisierung von Zeitungen», sagte Gusenbauer. Weitaus wichtiger als die Frage nationaler Eigentümer seien aus demokratiepolitischer Sicht Regeln, die die Unabhängigkeit der Redaktionen garantierten. - Siehe auch: Gesucht: Leserreporter als Universalgenies