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Freitag
23.03.2007

Europas grösster Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J) hat mit seinen 300 Magazinen wie «Stern», «Geo» und «Brigitte» das beste Jahr seit dem Internetboom 2000 verzeichnet. 2006 stieg der Umsatz um 9,1 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro, wie der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Verlag am Freitag in Hamburg mitteilte. Den kräftigen Schub brachten die 2005 gekaufte Motor Presse Stuttgart und das Tiefdruckunternehmen Prinovis. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte mit einem Plus von 10,6 Prozent auf rund 277 Mio. Euro noch stärker zu. 2007 sei eine sprunghafte Weiterentwicklung nicht zu erwarten, sagte Verlagschef Bernd Kundrun. Grosse Zukäufe wie in den Vorjahren sind zunächst nicht geplant, stattdessen will G+J in den nächsten beiden Jahren seine Marken zu multimedialen Angeboten ausbauen.

Das organische Wachstum lag 2006 bei lediglich 0,5 Prozent, was Finanzchef Achim Twardy als «erfreulich» angesichts der schwierigen Märkte nannte. «Wir werden wieder kämpfen, auch im Stammgeschäft zu wachsen», sagte Kundrun. Gewinnbringer waren laut G+J das Magazin «Stern», die Motor Presse («Auto Motor Sport») und die österreichische Verlagsgruppe News. Zahlen werden traditionell nicht genannt. 2006 brachte G+J insgesamt elf neue Titel auf den Markt und setzte seine Expansion in Zukunftsmärkte fort. In China stieg der Verlag mit seinem neuen Partner Ray Li zum zweitgrössten Magazinverlag auf. G+J investierte zudem in Südosteuropa und in Mexiko, sodass das Unternehmen mittlerweile in 24 Ländern aktiv ist. Das Auslandsgeschäft trägt zu den Gesamterlösen mehr als die Hälfte bei.