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Montag
09.04.2007

Die vorübergehend im Iran festgehaltenen britischen Soldaten dürfen künftig nicht mehr in bezahlten Interviews über ihre Erlebnisse berichten. Nach heftigen Protesten nahm die britische Regierung eine entsprechende Erlaubnis zurück. Verteidigungsminister Des Browne erklärte am Montag, die Genehmigung zur Vermarktung habe «kein zufriedenstellendes Ergebnis» erbracht. Bis auf Weiteres seien Interviews gegen Bezahlung für Angehörige der britischen Streitkräfte verboten. Es müsse für künftige Fälle klare Regeln geben.

Zunächst hatte Brownes Ministerium den 15 Marineangehörigen die Weitergabe ihrer Erlebnisse an die Medien gegen Bezahlung erlaubt. Sie waren am Donnerstag nach fast zwei Wochen iranischer Gefangenschaft in ihre Heimat zurückgekehrt. Die 26-jährige Faye Turney, die einzige Frau unter den 15 Seeleuten, soll für ihre Interviews, die sie der Boulevardzeitung «The Sun» und dem Sender ITV gegeben hat, 100 000 Pfund (mehr als 240 000 Schweizer Franken) erhalten haben. Die Veröffentlichungen in Boulevardzeitungen hatten am Ostermontag einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Oppositionspolitiker und Angehörige von Irak-Kriegsopfern bezeichneten die Entscheidung als «unangebracht» und «würdelos».