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Mittwoch
19.03.2008

Die Publigroupe hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 2,16 Milliarden Franken gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 0,4 Prozent auf 68,9 Millionen, was sich «vorwiegend auf die positive Entwicklung der Publipresse sowie auf Gewinne von 10,3 Millionen Franken aus der Veräusserung von Beteiligungen» stützte, wie der Lausanner Inseratekonzern am Mittwochmorgen bekannt gab. Zur Ebit-Entwicklung heisst es: «Der Ebit wäre deutlich höher ausgefallen, wenn nicht einmalige Kosten und Rückstellungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der strategischen Neuausrichtung der Publigroupe sowie ein um 40 Prozent höherer F&E-Aufwand mit insgesamt 10 Millionen Franken auf das Ergebnis gedrückt hätten. Zudem verzeichnete das Kinogeschäft von Cinecom im 4. Quartal einen eigentlichen Umsatzeinbruch.»

Der Nettogewinn stieg um 35,6 Prozent auf 73,1 Millionen Franken, «wobei die Zunahme stark durch den Verkauf der 4,5-Prozent-Beteiligung an der amerikanischen 24/7 Real Media beeinflusst wurde», heisst es weiter. Der Verwaltungsrat schlage der Generalversammlung aufgrund des guten Ergebnisses 2007 und der positiven Aussichten für das laufende Jahr die Ausschüttung einer von 12 auf 13 Franken erhöhten Dividende pro Aktie vor.

Die Publigroupe bezeichnet das «Schweizer Geschäft als Fundament für das internationale und digitale Wachstum». Die Zahlen im Detail: Das Anzeigengeschäft der Publipresse legte dank der Stellenanzeigen um 1,1 Prozent auf 1512,1 Millionen Franken zu. Der Ausbau des neuen Segments Media Sales wird mit einmaligen Kosten von 5 Millionen Franken angegeben. Der Ebit stieg um 17,4 Prozent auf 22,3 Millionen Franken.

Bei Publidirect ging der Absatz der Printprodukte zurück. Die Online-Produkte in diesem Bereich profitierten hingegen «von der verstärkten Zusammenarbeit mit Swisscom Directories». Die Umsätze der Verzeichnisse stiegen um 2,6 Prozent auf 132,8 Millionen Franken, der Ebit nahm von 51 Millionen Franken 2006 auf 47,7 Millionen Franken ab.

Der Bereich Geschäfte im Aufbau verzeichnet ein Wachstum von 15 Prozent auf 124,5 Millionen Franken, was auf den Internet-Vermarkter web2com mit einem Plus von 9,4 Prozent und das Beratungsunternehmen Namics (plus 37,6 Prozent) zurückzuführen sei, wie die Publigroupe schreibt. «Dank Cinecom und Radiotele, Letztere seit Juli 2006 Teil der Publigroupe, haben sich die Umsätze mit elektronischen Medien markant erhöht, um 44,8 Prozent im TV- und um 58 Prozent im Radiobereich.»

Die schwache Entwicklung der Kinowerbung im 4. Quartal führte beim Kinovermarkter Cinecom «allerdings zu herben Verlusten und riss dabei den Bereich `Geschäfte im Aufbau` mit einem Minus von 8,3 Millionen Franken deutlich in die Verlustzone», heisst es weiter. «Der Verlust von Cinecom belastet das Ergebnis der ganzen Gruppe. Er ist in der Pro-forma-Jahresrechnung (ohne Berücksichtigung von einmaligen Sondereffekten) verantwortlich für den Rückgang des Ebit um 7,6 Prozent. Es wurden jedoch Korrekturmassnahmen ergriffen, die bereits im laufenden Jahr dazu führen werden, dass dieser Bereich innerhalb der `Media Sales`-Organisation wieder profitabel wird.»

Die Online-Marketing-Firma Zanox, welche die Publigroupe (Minderheit) im vergangenen Jahr mit der deutschen Axel Springer AG übernommen hat, schlägt 2007 mit einem «Pro-forma-Umsatz um 55 Prozent auf 165 Millionen Euro» zu Buche; der Pro-forma-Ebitda wird mit einem Plus von 84 Prozent auf 15 Millionen Euro angegeben. Diese Zahlen haben aber noch keinen Einfluss auf den aktuellen Ebit der Publigroupe, «da die Beteiligung vorerst als assoziierte Gesellschaft konsolidiert wurde».

Der starke Umbau der börsenkotierten Publigroupe belastete das Ergebnis. Die P ist seit Anfang Jahr in vier Bereiche gegliedert: Media Sales (Medienvermarktung), Search & Find (Verzeichnisse), Digital & Marketing Services (Consulting und Services) sowie Custom Publishing. Die Kosten für den Umbau betrugen 10 Millionen Franken: «5,8 Millionen für die Anpassung der Organisation sowie mit einem zusätzlichen F&E-Aufwand gegenüber dem Vorjahr von 40 Prozent entsprechend 3,6 Millionen». Dadurch sei eine «markantere Steigerung des Ebit der Gruppe verhindert» worden.

Insgesamt hat die Publigroupe in den letzten 12 Monaten acht Akquisitionen getätigt, die das Segment Digital & Marketing Services betreffen. CEO Hans-Peter Rohner schreibt dazu: «Die neue strategische Ausrichtung der Publigroupe und die Akquisitionen haben eine neue Dynamik ausgelöst, welche in ein starkes Wachstum auf den internationalen Märkten und im neuen Bereich `Digital & Marketing Services` münden wird.» Die 2007 akquirierten Unternehmen würden 350 Millionen Franken an Umsatz bringen, «wovon 97 Prozent ausserhalb der Schweiz und rund 60 Prozent mit elektronischen, digitalen und interaktiven Medien erzielt werden», so Rohner.

Für das laufende Jahr ist er zuversichtlich: «Vorbehältlich unvorhergesehener Entwicklungen wird Publigroupe 2008 auch den operationellen Ertrag deutlich steigern.» Die Gruppe rechne ohne allfällige weitere Akquisitionen mit einem zweistelligen Umsatz- und Ertragswachstum.