Nach den Schönwetterprognosen zu Jahresbeginn scheinen sich die Wolken über der grafischen Industrie wieder zusammenzuziehen. Der ausgeprägte Optimismus hat angesichts der schwachen Binnenkonjunktur einer verhaltenen Zuversicht Platz gemacht. In der Druckindustrie seien die Erträge im dritten Quartal weiter gesunken, teilte der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation (Viscom) am Dienstag in einem Communiqué mit. 35% der von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) befragten 94 Unternehmen hätten eine schlechtere Ertragslage gemeldet.
Bei 21% der Betriebe seien die Erträge gestiegen, 44% hätten eine unveränderte Lage angegeben. Der Personalbedarf sei «rückläufig». Interessant ist die Tatsache, dass die Mehrheit der befragten Firmen für die nächsten Monate unveränderte Verkaufspreise erwarten. «Damit wird erstmals seit zwei Jahren kein Rückgang mehr erwartet», schreibt der Verband.
Die Druckindustrie scheine die Talsohle durchschritten zu haben. Der Weg aus dem Umsatztief der letzten drei Jahre «ist allerdings mühsam». Von der Werbeflaute der vergangenen Jahre gingen auch in diesem Jahr noch negative Einflüsse auf die Druckindustrie aus. Am meisten hätten die Geschäftsdrucksachen gelitten, welche nach den Katalogen und Werbedrucken die zweitwichtigste Umsatzquelle seien.
Der weiteren Wirtschaftsentwicklung blickten die Unternehmer der konjunkturanfälligen Druckindustrie zurückhaltend entgegen. «Der zu Jahresbeginn 2004 noch ausgeprägte Optimismus ist angesichts der anhaltenden Schwäche der Binnenkonjunktur inzwischen verhalten», schreibt der Verband.
Dienstag
21.12.2004