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Donnerstag
20.01.2005

In der Zürcher Verbrennungsanlage Hagenholz wollte der Schweizer Zoll am Donnerstag zwei Tonnen gefälschte Markenartikel verbrennen. Der Zoll hat diese Aktion nun kurzfristig gestoppt. Anlass dazu sind die vielen besorgten Reaktionen aus der Bevölkerung. Verbrannt werden sollten Sportartikel, Handtaschen und Schuhe, die in den letzten zwei Jahren vom Schweizer Zoll am Flughafen Zürich beschlagnahmt worden waren. Bürger und karitative Institutionen sind der Meinung, die gefälschten Markenartikel sollten im Katastrophengebiet in Südostasien verteilt werden, schreibt die Zollverwaltung in einem Communiqué vom Donnerstag.

Die Zollverwaltung sei allerdings nicht berechtigt, beschlagnahmte Waren in den freien Verkehr zu bringen, hält sie fest. Sie werde aber mit den Markeninhabern Kontakt aufnehmen, um die karitative Verwendung der Waren zu prüfen. Zusätzlich will sie prüfen lassen, ob sich die Produkte für die Verteilung im Katastrophengebiet eignen. Der geschätzte Marktwert der Originalprodukte beläuft sich nach Angaben der Zollverwaltung auf rund 1 Mio. Franken. Die Preise der gefälschten Produkte lägen erfahrungsgemäss fünf- bis zehnmal tiefer.