Mit dem argentinischen Dokumentarfilm «Memoria del Saqueo» (Geschichte einer Plünderung) wird am Sonntag in Freiburg das 18. Internationale Filmfestival (FIFF) eröffnet. Bis am 28. März zeigen 113 Filme einen anderen Blick auf die Welt. Das Festival bietet eine Plattform für Spiel- und Dokumentarfilme aus dem Süden und dem Osten. Die FIFF-Leitung bezieht den Begriff «Süden» nicht länger nur auf eine geografische Region, sondern auf eine soziologische Realität, in der die Verlierer der Globalisierung leben. Die verheerenden Auswirkungen des Privatisierungsfiebers der 90-er Jahre zeigt Fernando E. Solanas im Eröffnungsfilm «Memoria del saqueo». Als Ergänzung dazu zeigt das FIFF sieben Dokumentarfilme, die, wie etwa «Argentinazo, comienza la revolución», den im Dezember 2001 erwachten Volkszorn dokumentieren, als Hunderttausende auf Kochtöpfe trommelnd durch die Strassen von Buenos Aires zogen. Zudem beschäftigt sich auch eine Fotoausstellung mit der Krise in Argentinien.
Eine grosse Retrospektive mit rund 50 Filmen widmet das Festival dem Kino Zentralasiens. Die Werke spiegeln den Wandel der ehemaligen UdSSR-Unionsstaaten zu den heutigen Nationalstaaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Filmisch reicht die Palette vom sowjetisch geprägten Agitprop-Film bis zur «neuen kasachischen Welle», in der sich Filmemacher nicht scheuten, Tabuthemen aufzugreifen. Als Kult gilt dabei der 1988 entstandene Drogen-Film «Igla» (Die Nadel) mit Viktor Tsoi - dem «asiatischen James Dean» - in der Hauptrolle.
Im Wettbewerbsteil des Festivals buhlen 13 Spielfilme aus 13 Ländern um den «Regard d`Or», dem von Kanton und Stadt Freiburg vergebenen Hauptpreis. Gleich in mehreren Wettbewerbsbeiträgen stehen Kriegserfahrungen im Zentrum. Der srilankische Film «Ira Madiyama» (Augustsonne) zeigt drei Schicksale im vom Bürgerkrieg geschüttelten Land. Im peruanischen Streifen «Dias de Santiago» kehrt der 23-jährige Soldat Santiago ins Zivilleben nach Lima zurück, wo er sich im Kampf des Alltags zurechtfinden muss. Weiter sind Spielfilme aus China, Südkorea, Japan, Argentinien, Brasilien, Taiwan, Singapur, Marokko, und Indien im Wettbewerb vertreten. Ein Beitrag kommt aus den USA: «Take Out» erzählt einen Tag im New Yorker Leben eines jungen illegalen Einwanderers, der bis zum Abend einem Gaunerpaar 800 Dollar zurückzahlen muss.
Nebst dem Hauptpreis werden diverse weitere Preise vergeben. Der Internationalen Jury gehören unter anderem der argentinische Regisseur Eliseo Subiela und die französische Produzentin Elise Jalladeau an. 2003 zog das FIFF 27 000 Festivalgänger an. Das FIFF verfügt über ein Budget von 1,6 Mio. Franken. Weitere Details zum Festival unter http://www.fiff.ch
Dienstag
16.03.2004




