Mehr als zwei Monate nach der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink in der Türkei hat die Polizei die Ermittlungen ausgeweitet und einen rechten türkischen Politiker festgenommen. Der Vorsitzende der Partei der Grossen Einheit (BBP) in der Schwarzmeerprovinz Trabzon solle von der Staatsanwaltschaft in Istanbul verhört werden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV am Montag. Der am Sonntag festgenommene BBP-Politiker hatte nach eigenen Angaben einen mutmasslichen Anstifter des Mordanschlags finanziell unterstützt.
Der Journalist Dink, der öffentlich von einem Völkermord an den Armeniern gesprochen hatte und deshalb vor Gericht gestellt worden war, war am 19. Januar vor seiner Redaktion in Istanbul erschossen worden. Der aus Trabzon stammende mutmassliche Attentäter wurde wenig später gefasst. Die BBP-Parteiführung bestritt unterdessen, mit dem Mord an Dink etwas zu tun zu haben. Das Attentat hatte in der Türkei eine Welle des Protestes, aber auch nationalistische Gegenreaktionen ausgelöst.
Montag
26.03.2007