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Sonntag
18.03.2007

Der in Afghanistan entführte italienisch-schweizerische Journalist Daniele Mastrogiacomo ist offenbar an Stammesälteste übergeben worden. Endgültig freigelassen werden soll er nach Erfüllung weiterer Forderungen der Taliban. Mastrogiacomo und sein afghanischer Dolmetscher seien im Gegenzug für die Freilassung von zwei bisher in Afghanistan inhaftierten Taliban-Mitgliedern an Stammesführer in der Provinz Helmand weitergereicht worden, sagte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmahdi am Sonntag. Sie würden den Korrespondenten aber «zurückholen», falls nicht auch ein dritter Taliban-Kämpfer freigelassen werde, drohte der Sprecher.

Die Taliban hatten am Samstag ein Ultimatum zur Freilassung der drei inhaftierten Rebellen um drei Tage auf Montag verlängert. Sollten die Forderungen bis dahin nicht erfüllt werden, drohten sie mit der Tötung des Italieners. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes vom Sonntag stand die Freilassung des zuvor in Geiselhaft gehaltenen Reporters aber kurz bevor. Der 52-jährige «La Repubblica»-Journalist Mastrogiacomo war vor zwei Wochen gemeinsam mit zwei afghanischen Mitarbeitern - dem Dolmetscher und einem Fahrer - von Kämpfern der islamisch-fundamentalistischen Gruppierung entführt worden, als er von Kandahar in die ebenfalls im Süden gelegene Provinz Helmand reisen wollte.